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Voller Schub für Windkraft

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erstellt am 01.Sep.2010 | 07:09 Uhr

Rostock | Der Nordosten dreht die Segel in den Wind: Bei einem Offshore-Gipfel versammeln sich heute und morgen in Rostock rund 170 Teilnehmer und zahlreiche Aussteller aus Europa und Nordamerika auf dem Gelände der Hanse Messe. Organisiert wird das Treffen von der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes, Invest in MV. "Wir wollen damit auf unsere Potenziale bei Forschung, Entwicklung und Produktion hinweisen sowie Kontakte mit interessierten Firmen herstellen. Dabei liegt der Fokus auf den Wachstumsmärkten USA und Kanada", sagte gestern Invest-Geschäftsführer Michael Sturm. Eröffnet wird der Gipfel heute durch Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) und US-Botschafter Philip D. Murphy.

Im Vorfeld kündigte gestern der Vorsitzende des Windenergie netzwerkes MV, Andree Iffländer, an, dass der Verein daran arbeite, ab Herbst kommenden Jahres an der Universität Rostock einen Stiftungslehrstuhl für erneuerbare Energien zu etablieren. Zugleich sollen drei neue Masterstudiengänge - Design-Konstruktion, Netzausbau/Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften - in dem Zusammenhang installiert werden. Das Netzwerk vereint laut Iffländer 71 Unternehmen, während es die Off- und On-shorebranche im Lande inzwischen auf 3800 Beschäftigte bringt.

Dennoch ringe man mit Schwierigkeiten, sagte Iffländer: "Mit der Unterstützung der Landesregierung sind wir sehr zufrieden, aber bei der Bundesregierung gibt es das ressortübergreifende Verständnis noch nicht so." Auf zwei Hemmnisse habe man die Kanzlerin bei deren jüngster Energiereise, die sie auch nach MV führte, hingewiesen. So müssten zum einen die Finanzierungsbedingungen verbessert werden, forderte der Vorsitzende, der auch Geschäftsführer eines Unternehmens ist, das maßgeblich den Bau des Windparks Baltic 1 konzipiert hat. Für eine 400-Megawattanlage 30 bis 100 Kilometer vor der Küste müsste rund eine Milliarde Euro aufgebracht werden, erläuterte er. Die Banken seien noch sehr zurückhaltend und die Summen, die zur Verfügung gestellt würden, "viel zu klein". Bis zu 50 Banken seien an einem Projekt beteiligt. Deshalb habe man der Kanzlerin vorgeschlagen, dass Bundesbürgschaften für solche Projekte gewährt werden. Das andere Problem sei der Netzausbau in Richtung Süddeutschland: "Dort fehlt es noch an Akzeptanz."

Insgesamt sieht Iffländer die Branche in MV aber auf gutem Weg. "Wir haben eine breite Basis von Unternehmen und repräsentieren nahezu die ganze Wertschöpfungskette von Ingenieur- und Planungsleistungen über Umweltverträglichkeitsprüfungen bis zu Fertigung von Großkomponenten und kompletten Anlagen." Man sei guter Hoffnung, dass man die Anzahl der Arbeitsplätze - und zwar gut bezahlter - ausbauen könne. Die erneuerbaren Energien hätten weltweit den Siegeszug angetreten und viele Regierungen dies auch erkannt.

Im Nordosten seien nun Land und Kommunen gefordert, für die Unternehmen geeignete Flächen zu schaffen, sagte Iffländer. In Rostock arbeite man daran, einen Cluster zu etablieren. Auch hoffe man, dass die Flächen am Hafen Sassnitz, die jetzt noch für die Lagerung der Nordstream-Rohre benötigt werden, später von der Branche genutzt werden können.

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