Stralsund : Volkswerft zündet die Brenner an

Es geht wieder los: neue Aufträge für die Werft.
Es geht wieder los: neue Aufträge für die Werft.

Erster Neubau nach Nordic-Übernahme begonnen: Werft fertigt Offshore-Konverterplattform für Alstom

svz.de von
15. November 2014, 08:45 Uhr

Monate nach der Übernahme der pleitegegangenen Volkswerft Stralsund sind am Strelasund wieder die Brenner angezündet worden: Mit einer symbolischen Schweißnaht ist gestern mit dem Bau von Stahlträgern für das Fundament (Jacket) der Offshore-Konverterplattform „DolWin gamma“ begonnen worden. Dabei handelt es sich um das erste Neubauprojekt am Sund seit der Übernahme des traditionsreichen Schiffbaubetriebes durch Nordic Yards Mitte dieses Jahres. „Damit setzen wir ein Zeichen für die Zukunft der Werft, die vor allem durch die großen Möglichkeiten bestimmt wird, die sich aus der Energiewende im Offshore-Bereich ergeben“, sagte Nordic-Yards-Geschäftsführer Jürgen Wollny. Er kündigte an, mit dem Auftrag für die Plattform-Komponenten im Stralsunder Betrieb bald die „200-Mitarbeiter-Marke knacken zu können“.

Die gesamten Fertigungsarbeiten für „DolWin gamma“ verteilen sich auf die drei Nordic-Yards-Standorte Wismar, Warnemünde und Stralsund. Auf der Warnemünder Werft war am 9. Oktober dieses Jahres mit dem ersten Stahlzuschnitt der Bau der Konverterplattform gestartet worden. Das französische Unternehmen Alstom hatte Nordic Yards im Februar 2013 damit beauftragt, die Plattform für den Offshore-Windpark „DolWin3“ zu fertigen, der in der südwestlichen Nordsee in der Dollart-Bucht errichtet wird. „DolWin gamma“ soll 2017 installiert werden und auf hoher See erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom umwandeln. Dieser wird dann über ein Seekabel in das Hochspannungsnetz an Land eingespeist. Das Auftragsvolumen beläuft sich nach unbestätigten Angaben auf knapp eine Milliarde Euro.

Für Nordic Yards ist der Alstom-Auftrag mittlerweile der vierte Neubau einer Konverterplattform. Gegenüber den drei Vorgänger-Projekten stellt „DolWin3“ die Werftgruppe allerdings vor eine komplexere Herausforderung. Der Überwasseraufbau erreicht die Höhe eines elfstöckigen Hochhaues, ist 55 Meter breit und länger als ein Airbus A380. Zudem verantwortet Nordic Yards erstmals auch den Transport und die Installation der Plattform.

Für die Werft in Stralsund geht mit dem Bau der Jacket-Stahlträger eine Zeit des Stillstands zu Ende. Sie hatte infolge der Insolvenz der P+S-Werften im Sommer 2012 alle vorhandenen Neubauaufträge verloren. Inzwischen beschäftigte die Nordic-Werftengruppe an ihren drei Standorten über 1300 Mitarbeiter, in Stralsund 100.

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