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Fehlende Investitionen : Verabschiedet sich MV von Windkraft?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Landesplanung bringt das Land um Milliardeninvestitionen für Offshore-Projekte

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2015 | 21:22 Uhr

In MV verliert der Aufbau neuer Windkraftanlagen sowohl an Land als auch auf See deutlich an Tempo: Allein mit den erst vor kurzem drastisch gekürzten Offshore-Plänen droht MV Milliarden-Investitionen und Millionen-Steuereinnahmen in den Wind zu schreiben. Nach den vom Land überraschend auf ein Drittel zurückgefahrenen Offshore-Plänen blieben in den kommenden Jahren mindestens sieben Milliarden Euro an Investitionen aus, kritisierte der Chef des Unternehmensnetzwerkes Windenergy Network , Andree Iffländer, im Vorfeld der heute in Rostock beginnenden zweitägigen Zukunftskonferenz Wind & Maritim 2014. Auf dem Spitzentreffen wollen 300 Experten die Auswirkungen der gedrosselten Ausbaupläne diskutieren.

Neben den Investitionen gingen MV zudem jährlich Steuereinnahmen in Millionenhöhe verloren. Belegbaren Schätzungen zufolge hätte das Land nach den bisherigen Planungen für neue Offshore-Anlagen auf See in den kommenden 25 Jahren mit Steuereinnahmen von etwa 1,4 Milliarden Euro rechnen können – rund 55 Millionen Euro jährlich. Jetzt fielen die Einnahmen deutlich geringer aus.

Der vor einem Jahr vorgelegte erste Entwurf eines neuen Landesraumentwicklungsplanes sah bis sechs Kilometer vor Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste rund 590 Quadratkilometer Meeresfläche als Windeignungsgebiete für Offshore-Anlagen vor. Nach massiven Protesten vor allem aus der Tourismusbranche aber auch der Schifffahrt hatte Energie- und Raumplanungsminister Christian Pegel (SPD) im März das Flächenkonzept auf nur noch 197 Quadratkilometer zusammengestrichen und den Abstand zur Küste auf zehn Kilometer erhöht. Mit der Entscheidung sei „das Offshore-Land Mecklenburg-Vorpommern praktisch Geschichte“, so Iffländer.

Rückschläge auch an Land: Nach Ausbaurekorden in den vergangenen beiden Jahren sei ab 2016 mit deutlich geringeren Zuwächsen zu rechnen, erklärte Andreas Jesse, Chef des Landesverbandes Windenergie in Sternberg. Der Grund: Die Neuregelung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) und die damit verbundenen Ausschreibungspflicht erschwerten die Investitionen. Mecklenburg-Vorpommern müsse „aufpassen, die Chancen nicht zu verspielen“, warnte Jesse. An Land wurden im vergangenen Jahr 144 neue Anlagen errichtet – so viele wie nie zuvor.

 

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