zur Navigation springen

Metro-Bau Kopenhagen : Tunnelteile aus Sassnitz

vom

Für den Bau des neuen Metro-Rings in Kopenhagen wird die österreichische Firma Mobil Baustoffe auf der Ostseeinsel Rügen Tunnelelemente herstellen und über den Seeweg in die dänische Hauptstadt verschiffen.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2012 | 10:19 Uhr

Mukran/Kopenhagen | Für den Bau des neuen Metro-Rings in Kopenhagen wird die österreichische Firma Mobil Baustoffe auf der Ostseeinsel Rügen Tunnelelemente herstellen und über den Seeweg in die dänische Hauptstadt verschiffen. Dazu werde im Fährhafen Sassnitz bei Mukran eine neue Produktionshalle errichtet, teilte das zur Strabag-Gruppe gehörende Unternehmen gestern mit.

Die ersten von insgesamt 121 000 Tunnelteilen sollen schon im April ausgeliefert werden. Bei den Fertigelementen handelt es sich um sogenannte Tübbinge, die von einer Tunnelbohrmaschine zu Ringen zusammengesetzt werden und anschließend die Tunnelinnenschale bilden. Für die im Frühjahr startende Produktion wird eine ehemalige Lagerhalle umgerüstet und mit einer Betonmischanlage, Krantechnik, passgenauen Stahlschalungen und einem Trockentunnel ausgestattet.

Darüber hinaus wird bis zum Frühjahr eine neue, rund 3000 Quadratmeter großen Logistikhalle errichtet, von der aus die tonnenschweren Tunnelröhrenteile zum Kai gebracht und anschließend auf Frachter verladen werden sollen. Die Umsetzung des Projekts soll nach Unternehmensangaben etwa dreieinhalb Jahre dauern. Über die Zahl der neuen Arbeitsplätze und die geplante Investitionssumme machte der Strabag-Konzern zunächst keine Angaben.

Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Volker Schlotmann (SPD) sagte, nach dem Bau der Rohrsegmente für die deutsch-russische Ostseepipeline stehe der Standort im Nordosten der Insel Rügen ein weiteres Mal als internationaler Fertigungs- und Logistikstandort zur Verfügung. Nach Einschätzung von Fährhafen-Chef Harm Sievers unterstreicht die Ansiedlung die Attraktivität des Industriestandorts am Tiefwasserhafen in der südlichen Ostsee.

Letztlich hätten der kurze Seeweg nach Skandinavien, die exzellente Infrastruktur und die vorhandenen Frei- und Lagerflächen die Investoren überzeugt.

In dem 1986 eingeweihten und nach der Wende mit über 400 Millionen Euro Fördermitteln erweiterten Fährhafen sollen ab Ende dieses Jahres auch Betonkonstruktionen für Windkraftanlagen des EnBW-Windparks "Baltic II" gebaut werden. Auf dem sechs Hektar großen Areal sollen an die 80 Windkraftanlagen vormontiert und auf Installationsschiffe verladen werden.

Im November vergangenen Jahres hatte in Mukran der französische Betreiber EUPEC die Betonummantelung von Stahlrohren für die Nord-Stream-Pipeline abgeschlossen, die Produktionsanlagen gestoppt und die ersten von insgesamt 200 Mitarbeitern entlassen.

Für den Bau des U-Bahn-Rings in der dänischen Hauptstadt werden zwei jeweils rund 15 Kilometer lange Röhren mit 17 Bahnhöfen zwischen dem Hauptbahnhof Kongens Nytory, dem Osterport (Osttor), dem Kopenhagener Norden und der Gemeinde Frederiksberg errichtet. Die Eröffnung der Ringbahn ist frühestens für 2018 vorgesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen