Landwirtschaft : Til Backhaus: „Fleischatlas“ diffamiert MV

Masthähnchen in Mecklenburg-Vorpommern

Masthähnchen in Mecklenburg-Vorpommern

Dass Mecklenburg-Vorpommern ein Land der Megaställe ist, die Tieren und Umwelt schaden, weist Agrarminister Backhaus strikt von sich.

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15. Januar 2016, 12:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat den „Fleischatlas“ der Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND als „pure Grünen-Ideologie“ bezeichnet. Immer wieder werde mit falschen Behauptungen Stimmung erzeugt, kritisierte der Minister am Donnerstag in Schwerin. In der am Mittwoch veröffentlichten Studie war Mecklenburg-Vorpommern als das Land der Megaställe charakterisiert worden.

Backhaus sagte, es sei richtig, dass es im Land einige wenige große industrielle Stallanlagen gebe. „Aber diese wurden nicht durch die Landesregierung gefördert“, erklärte er. Zudem werde verkannt, dass der Nordosten schon historisch bedingt größere landwirtschaftliche Strukturen habe.

Verschwiegen werde auch, dass Mecklenburg-Vorpommern ein Agrarland mit wenigen Industriearbeitsplätzen sei. „Die Landwirte in MV müssen von ihrer Arbeit leben“, sagte Backhaus. In Baden-Württemberg etwa seien viele Nebenerwerbslandwirte tätig. „Für die ist die Tierhaltung mehr oder weniger Hobby“, sagte er.

Nach Angaben des Ministers ist der Viehbesatz in Mecklenburg-Vorpommern mit 0,4 Großvieheinheiten je Hektar nur halb so hoch wie im Bundesschnitt. Eine Großvieheinheit entspricht einem ausgewachsenen Rind. Backhaus sagte, in Ländern mit grünen Landwirtschaftsministerien wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen habe die Viehdichte in den vergangenen Jahren noch zugenommen, während sie in Mecklenburg-Vorpommern abgenommen habe.

Weiter sagte Backhaus, der unterstellte Zusammenhang zwischen Megatierhaltung und weniger Tierschutz sei falsch. Negative Auswirkungen auf das Einzeltier in großen Beständen gebe es nicht. Er bestritt ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Megatierhaltung und größerer Umweltbelastung. „Bei größeren Tierhaltungsanlagen ist es einfacher und eher wirtschaftlich, emissionsmindernde Techniken zu nutzen, zum Beispiel Abluftreinigungsanlagen“, sagte er. Die bei dem geringen Tierbesatz anfallenden Güllemengen könnten im Land umweltverträglich als Dünger verwendet werden.

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