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Schwerin : Studentenjobs sind Mangelware

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Einzelhandel sucht ständig Aushilfen, aber fachspezifische Angebote fehlen: Volle Stundenpläne erschweren Arbeitssuche zusätzlich

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 21:24 Uhr

Schwerin Ein bisschen für die Miete, ein wenig für den Kühlschrank und natürlich Spritgeld – ohne ihren Job an der Kinokasse im Capitol wäre Franziska Brümmer ziemlich aufgeschmissen. „Ich bekomme kein Bafög“, sagt die Schwerinerin. Sie studiert auf Lehramt an der Universität Rostock. Dreimal pro Woche steht sie an der Kinokasse. „Vorher war ich im Einzelhandel, das hier macht mehr Spaß.“

Schwerin ist keine typische Studentenstadt. Etwas mehr als 600 gibt es hier und viel mehr Jobs sind es auch nicht. „Generell haben wir mehr Schüler und Studenten als Jobs“, sagt Anne Ebbecke von der Agentur für Arbeit. „Das merken wir vor allem im Mai und Juni, wenn die Nachfrage steigt.“ Vor allem der Einzelhandel stellt gern Schüler und Studenten ein: C&A, Cubus, Toysrus, Douglas… „Wir haben mittlerweile eher Schüler, aber vor allem weil es in Schwerin kaum Studenten gibt“, sagt  ein Mitarbeiter des Capitols. Und die, die es in Schwerin gibt, „haben meist einen straffen Stundenplan, mit dem sich Nebenjobs nur schwer vereinbaren lassen“, erzählt  Manuela Rose von Olymp und Hades am Marienplatz. Die Kette beschäftige nur Aushilfen ab 18 Jahren. „Das heißt, wir nehmen nur Abiturienten, was die Auswahl noch einmal einschränkt.“ Per  Aushang im Schaufenster sucht das Geschäft wieder nach junger Verstärkung.

Viele Studenten suchen allerdings auch nur monatsweise einen Job, worauf Arbeitgeber häufig nicht eingestellt sind. „Unsere Mini-Jobs werden eher langfristig vergeben“, erklärt Anne Ebbecke.  „Studenten gehören bei uns nicht zur Zielgruppe. Aus diesem Grund haben wir auch nur eine Vermittlerin bei uns, die sich mit dem Thema Studentenjobs befasst.“ Rund um den Marienplatz scheint das anders zu sein. „Ich werde im Capitol bis zum Ende meines Studiums arbeiten“, sagt die 25-jährige  Franziska Brümmer.  In der Marienplatz-Galerie trifft man vor allem auf   Studenten von der Design-Schule, die dort langfristig etwas dazu verdienen. Aber genau diese suchen eigentlich eher im kreativen Sektor nach Praktika und Ferienjobs. Einige finden bei der Schweriner Werbeagentur Ferdinand, was sie suchen. „Wir haben regelmäßig Studenten bei uns, eher  im Praktikum und seltener Aushilfen“, sagt Inhaber Denis Nentwich. „Wir haben auch Studenten von der Hochschule Wismar.“ Dabei bringen Jobs und Praktika neben dem Studium nicht nur Geld, sondern auch notwendige Erfahrung für den späteren Berufsalltag.  „Eine Studentin aus Wismar  haben wir nach ihrem Studium übernommen“, berichtet Nentwich  .

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