Mecklenburg-Vorpommern : Streik: Post lagert Briefe ein

dpa_148daa0000c4ecfc
1 von 2

Ländliche Regionen seit Wochen ohne Postzustellung, in Briefzentren türmen sich Sendungen.

von
23. Juni 2015, 21:00 Uhr

Frust am Briefkasten: Der wochenlange Streik bringt in MV die Post-Kunden auf. Im Schweriner Stadtteil Neumühle werde bereits seit zwei Wochen keine Post mehr zugestellt, berichtet unser Leser E. Buchard. Auch in Parchim, Göhlen und Kritzow im Kreis Ludwigslust-Parchim blieben seit Tagen die Postkästen leer, so Anwohner. Fristprobleme bei Bußgeldbescheiden: Die Stadt Rostock sagte gestern in Grenzfällen Einzelfallprüfungen zu. Kritik auch in Schwerin: Bescheide seien nach zwei Wochen noch immer nicht zugestellt worden, sagte Stadtsprecherin Michaela Christen. In den Ämtern würden sich vermehrt Bürger persönlich eine Zweitschrift der Bescheide abholen. Schwerins Ordnungsdienst hat angekündigt, sich für den Fall, dass Widerspruchsfristen durch lange Laufzeiten verstrichen seien, kulant zu zeigen.

Die Post gesteht Probleme ein: Zwar würden in MV in den Briefzentren in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg sowie im Paketzentrum Neustrelitz die Sendungen noch sortiert. Doch der Abtransport und die Zustellungen werde in einigen Regionen schwieriger, sagte Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt gestern. Bundesweit erreichten 80 Prozent der Sendungen ihr Ziel – vor allem in Städten. In ländlichen Regionen könne die Zustellung nicht mehr in jedem Fall sichergestellt werden – in Westmecklenburg, im Raum Rostock, Güstrow, berichtete die Gewerkschaft Verdi. In MV waren gestern 1100 Postbeschäftigte im Ausstand – fast zwei Drittel aller Beschäftigten, sagte Verdi-Sprecher Thomas Ebeling.

Bei der Post türmen sich die Briefe: Über die Zahl der nicht zugestellten Sendungen schweigt das Unternehmen. Schätzungen zufolge werden in MV wöchentlich 5,5 Millionen Sendungen angeliefert. Mittlerweile müsse die Post in MV in ehemaligen Produktionsstätten Briefe zwischenlagern, sagte Ebeling. In Kiel seien Zelte, in Hannover Hallen angemietet worden. Ein Ende des Streiks ist nicht in Sicht: Der Ausstand werde bis zu einer Einigung fortgesetzt, so Ebeling. Verdi fordert, die 49 Regionalgesellschaften mit geringerer Bezahlung in den Haustarif aufzunehmen.

Wie Leser auf den Streik reagieren und wem er Zusatzgeschäfte beschert, lesen Sie in der SVZ vom 24. Juni 2015 oder in unserem ePaper.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen