Heringsdorf : Strandkorb in XXL

Ein normaler Strandkorb und  das vier Meter hohe und sechs Meter breite Holzgerüst für den Riesenstrandkorb
Ein normaler Strandkorb und das vier Meter hohe und sechs Meter breite Holzgerüst für den Riesenstrandkorb

Nach dem berühmten G8-Gipfel-Strandkorb produziert die Heringsdorfer Strandkorbmanufaktur nun erneut ein Riesenexemplar

svz.de von
21. März 2014, 07:31 Uhr

Nach dem bekannten G8-Gipfel-Strandkorb zimmert die Strandkorbmanufaktur in Heringsdorf an einem neuen Großprojekt. Bis zum Beginn der Urlaubersaison auf Usedom am 1. Mai entsteht in der Korbwerk Heringsdorf GmbH ein Mega-Strandkorb. „Er soll der größte Strandkorb der Welt werden“, sagte Betriebsleiter Matthias Krüger. Das vier Meter hohe und sechs Meter breite Möbel soll neben der Seebrücke an der Promenade platziert werden und Urlauber auf drei Sitzebenen zum Verweilen einladen.

Nach zweieinhalb Wochen Arbeit ist inzwischen das Holzgerüst fertig, das in den kommenden Wochen mit Rahmen aus PVC-Geflecht verkleidet werden soll. Die Sitzebenen würden traditionell mit blau-weiß gestreiftem Stoff bespannt.

„Die Idee hat schon lange in unserem Hause geschlummert“, sagte Krüger. Im vergangenen Jahr beschlossen dann die Gemeinde, die Usedom Tourismus GmbH, das Landesmarketing MV und die Fabrik, den Strandkorb zu bauen. Der Strandkorbhersteller will auf die 90-jährige Strandkorbproduktion auf Usedom verweisen. Für die Tourismusbranche ist der Strandkorb eine auffallende Werbung.

Seit 1925 werden auf der Insel Strandkörbe gefertigt. Damit sei der Betrieb in Heringsdorf der älteste noch produzierende Strandkorbhersteller. Das Unternehmen, das 2007 den legendären Strandkorb für den G8-Gipfel in Heiligendamm produzierte, hatte Ende 2008 Insolvenzantrag gestellt, die Produktion lief aber weiter.

Neues Kapital brachte die Schleswig-Holsteinische Holding in das Heringsdorfer Unternehmen ein, das seitdem unter dem Namen Korbwerk firmiert. Die Produktionszahlen wurden verringert. Statt der einst rund 5000 Strandkörbe pro Jahr verlassen nun rund 1500 die Halle. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf individuelle Einzelanfertigungen - nach Wunsch mit Sitzheizung, Kühlschrank, Musikanlage und Beleuchtung, wie Krüger sagte. Rund 20 Mitarbeiter sind im Korbwerk beschäftigt. Ganz ohne fremde Hilfe geht es beim Bau des XXL-Möbels allerdings nicht. „Der Strandkorb ist ein Unikat und deshalb eine große Herausforderung für uns“, sagte Krüger. Neben der Crew der Strandkorbfabrik sind zusätzlich ein Statiker, ein Zimmermann und ein Dachdecker an dem Vorhaben beteiligt. Der Strandkorb solle ganzjährig an der Promenade stehen. Deshalb müsse er den Wind- und Schneelasten standhalten. Der Dachdecker sorgt dafür, dass es nicht durch die PVC-Geflecht-Rahmen regnet.

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