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Arbeitsmarkt MV : Stellenzuwachs trotz Mindestlohn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

20 Prozent mehr Angebote in MV / Geringste Arbeitslosigkeit in einem Dezember

Der Mindestlohn lässt die Personalchefs in MV kalt: Ungeachtet steigender Personalkosten und der Kritik der Wirtschaftsverbände an der gesetzlich vorgegebenen Lohnuntergrenze bieten die Unternehmen im Nordosten immer mehr Jobs an. Wenige Wochen vor der Einführung seien im Dezember knapp 20 Prozent mehr Stellenangebote eingegangen als ein Jahr zuvor, erklärte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Landesarbeitsagentur gestern in Schwerin: „Die Einstellungsbereitschaft bleibt hoch.“ Spätestens im März, wenn Hotels und Gaststätten zum Saisonbeginn wieder Arbeitskräfte suchten, werde sich zeigen, ob neue Leute eingestellt würden oder nicht. Vom Mindestlohn werde die wirtschaftliche Entwicklung aber nicht behindert, widersprach Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) Befürchtungen der Wirtschaft. Die Negativtendenzen könne sie nicht teilen: „Der Mindestlohn hilft den Menschen im Land.“ Etwa 70 000 würden davon in MV profitieren: „Wenn Menschen von ihrem Lohn leben können, entlastet das alle.“ Erst am Dienstag hatte die Vereinigung der Unternehmensverbände die Einführung des Mindestlohns für eine deutliche Abkühlung der Stimmungslage in den Unternehmen in MV verantwortlich gemacht.

Den Arbeitsmarkt lassen die neuen Lohnregeln aber nahezu unbeeindruckt: Im Dezember sei die Zahl der Arbeitslosen in MV „saisonal üblich“ zwar um 4500 gestiegen. Mit 90 900 Frauen und Männern ohne Job sei aber die geringste Arbeitslosigkeit in einem Dezember registriert worden, sagte Haupt-Koopmann – „erstmals fünfstellig in einem Dezember“. Vor einem Jahr zählten die Arbeitsagenturen in MV 101 000 Arbeitslose. Vor allem junge Leute ohne Job unter 25 Jahren hätten neue Stellen gefunden. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent zurück.

Die Aussichten sind günstig: Trotz aller politischen und ökonomischen Unwägbarkeiten sei auch 2015 mit einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen, sagte Haupt-Koopmann. Das soll sich vor allem für Langzeitarbeitslose auszahlen. Ihre Zahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren zwar um 40 Prozent verringert, seit zwei Jahren stagniere der Abbau aber. Daher solle 2015 die Arbeitsmarktförderung auf Langzeitarbeitslose konzentriert werden, kündigten Hesse und Haupt-Koopmann an. So solle den 7200 Arbeitslosen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsausbildung zu einem Abschluss verholfen werden. Haupt-Koopmann warb dafür, in den Unternehmen Vorbehalte abzubauen. Die Betriebe müssten eine größere Bereitschaft zeigen, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben. Einer Umfrage zufolge seien dazu aber erst ein Drittel der Firmen bereit. 

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