Mecklenburg Vorpommern : Städte stopfen Schlaglöcher

Löcher und  Risse auf Straßen und Gehwegen: In Kommunen können die Verkehrswege oft nur notdürftig reparieren.
Löcher und Risse auf Straßen und Gehwegen: In Kommunen können die Verkehrswege oft nur notdürftig reparieren.

Winterschäden vor neuer Frostperiode weitgehend beseitigt / Im Sanierungsetat fehlen Millionen

svz.de von
15. Dezember 2013, 12:01 Uhr

Jedes Jahr fließen in MV mehrere Millionen in die Reparatur von Schlaglöchern auf den Straßen. Zum Winter haben die Kommunen zwar die gröbsten akuten Schäden beseitigt, wie eine Umfrage ergab. Doch einige alte Fahrbahnen erweisen sich als Dauerpatienten. So geht in Schwerin die Hamburger Allee, die wichtigste Verbindung zum Neubaugebiet Großer Dreesch, als Schlaglochpiste in die kommenden kalten Monate. Auch im neuen Jahr scheinen dringende Bauvorhaben auf Eis zu liegen, weil der Haushaltsplan 2014 von der Stadtvertretung gerade abgelehnt wurde. Neue Maßnahmen dürften nicht begonnen werden, sagte eine Sprecherin.

In diesem Jahr gab die Landeshauptstadt zwei Millionen Euro für Reparaturen an Straßen und Gehwegen aus. Dies reiche aber nicht aus. Die Winterschäden der vergangenen Saison seien zwar behoben, doch konnten nicht alle Straßenschäden im Stadtgebiet beseitigt werden. Erhebliche Mittel seien nötig, um das gesamte Fahrbahnnetz grundlegend in Ordnung zu bringen. Der Finanzbedarf wird auf einen siebenstelligen Euro-Betrag geschätzt.

Laut Verkehrsministerium gibt es landesweit wegen des begrenzten Budgets klare Prioritäten für das Sanieren von Straßen. Dazu gehörten neben dem Alter auch der Zustand, die Verkehrsbelastung und die Sicherheit. 2013 standen für die Erhaltung von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen insgesamt 46,7 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich flossen bei akuten Schäden etwa 3,5 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen. Insgesamt betreut die Straßenbauverwaltung gut 528 Kilometer Autobahnen, 1970 Kilometer Bundesstraßen, 3266 Kilometer Landes- und 1255 Kilometer Kreisstraßen.

Die Hansestadt Wismar konnte sämtliche Straßenschäden aus dem vergangenen Winter pünktlich zur neuen Frostperiode beheben, teilte ein Sprecher mit. Investiert wurden rund 463 000 Euro in die Instandsetzung von Straßen, Rad- und Gehwegen sowie Brücken. Nötig wäre allerdings eine wirklich planmäßige Instandsetzung, um den Zustand des Verkehrsnetzes grundlegend zu verbessern.

Auch Stralsund reparierte sofort nach dem Frost von März an seine Straßen, wie ein Sprecher mitteilte. Zunächst seien Risse und Schlaglöcher mit einem „Kaltmischgut“ für rund 20 000 Euro schnell gestopft worden, um die Straßen befahrbar zu halten. Im Sommer wurden dann die betroffenen Stellen mit so genanntem Plastik-Asphalt für knapp 30 000 Euro versiegelt, um die dauerhafte Qualität der Fahrbahn wiederherzustellen. Insgesamt seien sämtliche Winterschäden beseitigt worden. Für eine grundlegende Erneuerung oder Instandsetzung der durch Winterschäden betroffenen Fahrbahnen fehlte der Stadt allerdings das Geld.

Neubrandenburg schaffte es ebenso, die Schäden des vergangen Winters weitgehend zu beheben. Kosten: 75 000 Euro. Probleme gebe es weiterhin in den Wohngebieten mit älteren Beton- und Asphaltstraßen. Ein Millionenbetrag sei nötig, um das gesamte Straßennetz in der Stadt zu sanieren.

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