Landgestüt Redefin : Spendensegen für Unis und Landgestüt

Sind auf Sponsoren und Verlustausgleich angewiesen: die Staatsreiter des Landgestüts Redefin.
Sind auf Sponsoren und Verlustausgleich angewiesen: die Staatsreiter des Landgestüts Redefin.

Land nimmt 5,4 Millionen Euro von privaten Geldgebern ein

svz.de von
30. September 2015, 21:00 Uhr

Spendable Geldgeber: Das verlustreiche Landgestüt Redefin ist bei der Organisation der alljährlichen Hengstparaden verstärkt auf Spender und Sponsoren angewiesen. Allein 2014 steuerten private Geldgeber 155 645,13 Euro bei, teilte die Landesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Johannes Saalfeld mit. Das entspricht etwa einem Zehntel des vom Land im vergangenen und diesem Jahr gezahlten Ver- lustausgleiches von jeweils 1,5 Millionen Euro. Mit 51 000 Euro überwies der Einzelhändler Edeka fast ein Drittel der gesamten Sponsorengelder für die Staatsreiter. Fast 40 000 Euro steuerte die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin bei.

Neben dem Landgestüt profitieren aber vor allem die Universitäten des Landes von Spenden und Sponsorenleistungen privater Geldgeber. Jede Menge Pharmafirmen, Anlagenbauer, Privatpersonen und Stiftungen unterstützen die Hochschulen. Neben anonymen Sponsoren, die beispielsweise an der Uni Rostock 200 000 Euro für eine Stiftungsprofessur Windenergietechnik zahlen, zählen die Nordmetall-Stiftung, die Sparkassen und die wegen ihrer Probebohrungen im Raum Barth in die Kritik geratene Erdölfirma CEP zu den großen Geldgebern. Größter Spender ist allerdings ein Staatsunternehmen: Die Landesforstanstalt spendierte 1,5 Millionen Euro für den Baumkronenpfad Ivenack und weitere 95 000 Euro für Erstaufforstungen.

Das summiert sich: Insgesamt verbuchte das Land im vergangenen Jahr knapp 500 Spenden und Sponsorenleistungen höher als 1000 Euro, geht aus dem auf Druck der Grünen vom Land vorgelegten Sponsoringbericht hervor. Knapp 5,5 Millionen Euro flossen in die Landeskasse – 4,8 Millionen mehr als noch 2009. Der Anstieg von Spenden und Sponsoring sei zwar erfreulich, erhöhe aber die Gefahr der politischen Einflussnahme, erklärte Saalfeld gestern. Das erfordere mehr Transparenz. „Die Landesregierung sollte daher zukünftig einen Sponsoringbericht vorlegen“, forderte Saalfeld. Bislang weigere sich das Land aber, den Bericht vorzulegen. „Vertrauen in Politik benötigt Offenheit“, meinte Saalfeld. Sowohl beim Bund als auch in anderen Bundesländern sei die Veröffentlichung eines Sponsoringberichts längst gängige Praxis.

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