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Windstrom : Sparpläne kosten tausende Jobs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Offshore-Branche gehen die Aufträge aus. Gewerkschaft: Schwarz-Rot gefährdet Energiewende

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 21:13 Uhr

Turbulenzen in der Windkraftbranche: Nach dem Investitionsstopp für zahlreiche Projekte gehen den Herstellern von Offshore-Anlagen die Aufträge aus. In zahlreichen Unternehmen reiche die Arbeit nur noch bis Mitte des Jahres, teilweise sogar nur bis April, geht aus einer gestern von der Industriegewerkschaft Metall vorgestellten Branchenanalyse hervor. Nach der Debatte um eine Strompreisbremse waren 2013 mindestens sieben Windkraft-Projekte in der Nordsee auf Eis gelegt worden. Inzwischen seien mehr als 2000 Arbeitsplätze gestrichen worden, kritisierte der Chef der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, gestern in Bremen – davon die Hälfte von Leiharbeitern. Weitere 1000 Jobs seien in Gefahr, ergab die Umfrage unter 17 Unternehmen.

Die Kürzungspläne der Bundesregierung bei der Windkraft gefährdeten die Branche und die Energiewende, sagte Geiken: „Wir brauchen dringend die Sicherheit der Politik, dass man die Energiewende auch wirklich will.“ Die Nordic-Werft in Wismar und Warnemünde, einer der größten Offshore-Hersteller in MV, stellt inzwischen Pläne zum Einstieg in den Fundamentbau für Offshore-Anlagen in Frage. Weniger Windräder auf See – da müsse neu entscheiden werden, sagte Firmensprecher Stefan Sprunk gestern. Beim Bau von Offshore-Plattformen für den Anschluss der Windparks ans Stromnetz bleibe Nordic hingegen gut im Geschäft. Drei Anlagen seien im Bau, eine weitere im Auftragsbuch und über weitere fünf kleinere Plattformen werde derzeit verhandelt, erklärte Sprunk.

Hoffnung hingegen bei den Herstellern von Öko-Kraftwerken für Energieparks an Land: Dort reiche die Arbeit überwiegend bis Anfang 2016, ergab die Betriebsräte-Umfrage der IG Metall. Entlassungen und Kurzarbeit seien dort derzeit nicht geplant. Allerdings: Die Windkraftindustrie in MV beschäftigt dem Verband Windenergie zufolge etwa 3000 Mitarbeiter, dazu weitere 3000 Beschäftigte bei Dienstleistern. Gehe jetzt der Absatz zurück, seien auch diese Jobs bedroht, hatte Landesverbandschef Andreas Jesse vor Kurzem kritisiert.

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