Neue Hoffnungen : Sparfahrplan soll Südbahn erhalten

Aus für jeden zweiten Zug zwischen Parchim und Lübz: Eisenbahnförderverein Pro Schiene legt Alternativkonzept vor.

svz.de von
15. März 2014, 08:00 Uhr

Neue Hoffnung für die Südbahn zwischen Parchim und Malchow: Sechs statt zwölf Verbindungen zwischen Lübz und Parchim, eine durchgehende Verbindung zwischen Hagenow und Neustrelitz weniger, ein besserer Anschluss von Zubringerbussen aus der Region, Ende des Parallelverkehrs von Bussen und Bahn – der Eisenbahnförderverein Pro Schiene (EFV) aus Brandenburg hat ein kostenreduziertes Konzept für den Erhalt der Südbahn vorgelegt. Damit lasse sich ein durchgängiger Bahnverkehr zwischen Hagenow und Neustrelitz betreiben und dennoch Kosten sparen, sagte Vereinschef Volker Müller: „Ohne eine Reduzierung des Angebots geht es nicht.“ Das Land plant bislang, den Bahnverkehr zwischen Parchim und Malchow ab Ende 2014 einzustellen. Der Grund: zu geringe Auslastung, zu hohe Kosten.

Den Plänen zufolge sollen Zugverbindungen mit schwacher Nachfrage gestrichen werden: „Da, wo wenige fahren, kann man sparen“, sagte Müller. Zwischen Parchim und Lübz sollte jede zweite der zwölf Verbindungen gestrichen werden. Gleichzeitig müsse der Anschluss von Zubringerbussen aus der Region verbessert werden. Verbindung von Bus und Bahn: „Da liegt Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern 20 Jahre zurück“, meinte Müller. So fehle für viele Busse ein Halt am Bahnhof in Parchim. Einem Fahrplanvergleich zufolge verkehren zudem drei der sieben Busverbindungen zwischen Parchim und Lübz nahezu zeitgleich neben der Bahn – Änderungen im Parallelverkehr lässt der Landkreis seit Jahren vermissen. Mit einer besseren Verbindung ließen sich zusätzliche Fahrgäste gewinnen und die Einnahmen verbessern, erwartet Müller. Mit dem Sparkonzept ließen sich auf der Strecke etwa zwei Millionen Euro sparen.

Bisherigen Plänen des Landes zufolge soll der Bahnverkehr zwischen Parchim und Malchow eingestellt, durch Busse ersetzt und so etwa vier der jährlich 10,5 Millionen Euro für den Betrieb der Bahnstrecke einspart werden. „Die Kosten steigen, ohne dass auch die Einnahmen wachsen. Darauf müssen wir im Interesse des Gesamtangebots reagieren“, hatte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) die Pläne seines Hauses begründet. Bei einem Krisentreffen am vergangenen Montag hatte er die Prüfung des neuen Streckenkonzeptes zugesagt. Binnen 14 Tagen solle der Plan von der landeseigenen Verkehrsgesellschaft bewertet werden.

Indes dämpfte das Land die Erwartungen: Das Konzept müsse Ausschreibungskriterien entsprechen, hieß es gestern im Verkehrsministerium. Unterm Strich müssten bis zu vier Millionen Euro eingespart werden. Vor allem aber habe ein Gutachten, das zuvor als Entscheidungsgrundlage für die Zukunft der Strecke mit den Landkreisen vereinbart worden war, ergeben, dass der Strecke zwischen Parchim und Malchow das Fahrgastpotenzial fehle, dass die bisherigen Millionenausgaben rechtfertigen würde, sagte ein Sprecher.


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