Mela in Mühlengeez : Sorgen der Bauern auf Agrarmesse

Blick auf den Teil der modernen Landtechnik der Mela.

Blick auf den Teil der modernen Landtechnik der Mela.

Ruinöse Erzeugerpreise im Fokus des Branchentreffens - Mehr als 1000 Aussteller von heute bis Sonntag auf Mela in Mühlengeez

svz.de von
10. September 2015, 08:00 Uhr

Im Fokus der diesjährigen Landwirtschaftsmesse Mela stehen - noch unter dem Eindruck der bundesweiten Bauernproteste und deren Kundgebung vor der Europäischen Kommission in Brüssel - auch die Probleme bei der Milchbauern sowie die fallenden Erzeugerpreise beim Schweinefleisch.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus will vor Ort sein Tierschutzkonzept für MV vorstellen. Der Minister wehrt sich bereits gegen die kritische Darstellung der Mela vom Landesbündnis für nachhaltige Landwirtschaft vom Dienstag (SVZ berichtete). Er weist daraufhin, dass im Jahr 1989 auf dem heutigen Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern noch 1,3 Millionen Rinder gehalten wurden. Vor einem Jahr lag der Bestand bei 535  000 Rindern. Bei den Schweinen ist ein ähnliches Bild zu erkennen: Der Bestand ging hier im gleichen Zeitraum von 2,7 Millionen auf 904  000 zurück. Zudem solle es 1989 noch 79 Großvieheinheiten je 100 Hektar gegeben haben, heute seien es noch 41.

Till Backhaus: „Da kann man heute meines Erachtens nicht von einer flächendeckenden Industrialisierung der Landwirtschaft reden. Vielmehr haben wir heute deutlich bessere Stallanlagen, die wesentlich höheren Umwelt- und Tierschutz-auflagen entsprechen. In Anbetracht des Preisdrucks, unter dem gerade die Viehhalter derzeit leiden und der permanenten Kritik an dem Berufsstand, frage ich das Landesbündnis, ob es ihnen lieber wäre, wenn es gar keine Tierhaltung mehr gäbe.“

Doch im Kern ist die Mela ein riesiges Branchentreffen und Volksfest zugleich. Bereits ein Vierteljahrhundert lockt Norddeutschlands größte Fachausstellung für Landwirtschaft, Forst und Fischerei Besucher nach Mecklenburg-Vorpommern: Von heute bis Sonntag öffnet sie in Mühlengeez wieder ihre Tore, erwartet werden mehr als 70  000 Besucher. Auf insgesamt 170  000 Quadratmetern präsentieren sich über 1000 Aussteller aus elf Ländern. Zum ersten Mal mit dabei sind Teilnehmer aus Spanien und Slowenien. Zudem werden fast 1300 Tiere, darunter 200 Rassen vor Ort zu sehen sein.

„Im Jubiläumsjahr halten wir besondere Höhepunkte für unsere Gäste bereit“, sagt die Geschäftsführerin des Messe- und Ausstellungszentrums Mühlengeez, Christin Weinhold. So wird es erstmals eine Jobbörse und einen Karrieretag geben. „Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat Zukunft. Gegen den Fachkräftemangel in der Branche wollen wir etwas tun“, so Weinhold. In Halle 1 können Interessierte aus diesem Grund direkt mit den Unternehmen ins Gespräch kommen; 45 Jobs, Lehr- und Traineestellen sollen bereits vorliegen. Auch Informationsstände zu beruflichen Perspektiven in der Landwirtschaft, Bewerbungstipps und Gesprächsrunden erweitern das Repertoire am Samstag.

Neben neuen beruflichen Angeboten können auf der Mela wieder Innovationen aus Forschung und Technik bestaunt werden: So werden unter anderem ein neues System zur Brunsterkennung mit integrierter Gesundheitsüberwachung bei Milchrindern ebenso wie ein selbstladender Futtermischwagen mit Stanz-Ladesystem von Unternehmen vorgestellt. Aber auch Ballenabwickler sowie leistungsstarke Saatsorten sollen laut Veranstalter zu sehen sein. Eine weitere Neuheit ist die Sonderschau „Mela-Gartenträume“. Auf 1500 Quadratmetern werden Produkte und Trends im Bereich Duftgarten, Kinderwelt, Gartenhaus und Gaumenfreuden gezeigt. Die Sonderausstellung soll drei Jahre lang auf der Mela bleiben, sich entwickeln und auch verändern.

Auch ein politischer Schlagabtausch ist vorgesehen: Heute von 15.30 Uhr bis 17 Uhr ist eine Podiumsdiskussion „Agrarumweltmaßnahmen in MV: Große Verwirrung, große Chancen!“ geplant. Unter anderem mit Landwirtschaftsminister, Bauernpräsident Rainer Tietböhl sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

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