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Einkommen : So wenig gibt es nur in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unterschiede wieder größer / Löhne steigen aber

svz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 09:30 Uhr

Knappes Haushaltsgeld an der Küste: Mecklenburger und Vorpommern verfügen über das bundesweit niedrigste Einkommen für Konsum und Sparen. Im Schnitt 17 036 Euro pro Kopf, 3471 weniger als im Bundesschnitt, errechnete das Statistische Amt Schwerin in einer gestern vorgestellten Einkommensanalyse. Beim verfügbaren Einkommen werden neben Löhnen auch Renten, Pensionen und Sozialleistungen berücksichtigt.

Es wird nicht besser: Während die Preise kontinuierlich steigen, bleibt den Mecklenburgern und Vorpommern immer weniger übrig. Zuletzt legte die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent zu. Die Angleichung an das deutschlandweite Niveau stagniert seit Jahren. Seit 2010 wird dem Amt zufolge der Abstand sogar wieder größer. 2012 erreichte das Einkommensniveau in MV 83,1 Prozent des Bundesschnitts – 2010 waren es 84 Prozent.

Das sorgt bei Gewerkschaften für Protest: „Das Land ist der Lohn- und Einkommenskeller der Nation“, kritisierte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Landesbezirk Nord (DGB) gestern. Für den Gewerkschaftschef seien „Arbeitgeber, die aus Tarifverträgen aussteigen und die Arbeit unfair entlohnen“ die Hauptverantwortlichen für das niedrige Einkommensniveau. Polkaehn appellierte an die Wirtschaft, die Tarifbindung der Firmen in MV weiter zu erhöhen.

Die Wirtschaft sieht sich indes zu Unrecht an den Pranger gestellt: Durch die vergleichsweise hohe Zahl der Arbeitslosen und Rentner werde das Einkommensniveau gedrückt, erklärte Lothar Wilken von der Vereinigung der Unternehmensverbände MV. Zudem belasteten die hohen Sozialleistungen. Die Löhne hingegen seien in den letzten Jahren gestiegen – „schneller als die Wirtschaftsleistung“, meinte Wilken. Auf der Suche nach Fachkräften müssten die Unternehmen höhere Löhne zahlen.

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