Arbeitsmarktzahlen Juni : So wenig Arbeitslose wie nie in MV

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Mehr Jobs, weniger Arbeitslose, große Lehrstellen-Auswahl: Der Arbeitsmarkt im Nordosten präsentiert sich im Juni von der goldenen Seite. Dabei hilft auch die Rente mit 63.

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30. Juni 2015, 20:00 Uhr

Die Tourismussaison und eine gute Konjunktur haben die Zahl der Arbeitslosen im Juni erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Marke von 80 000 sinken lassen. Am Monatsende waren 79 500 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auf Jobsuche, so die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit gestern in Kiel. Die Erwerbslosenquote liegt bei 9,6 Prozent und damit 0,9 Prozentpunkte niedriger als letztes Jahr. Im Mai hatte die Quote 10 Prozent betragen.

In ganz Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen mit 2,711 Millionen auf den niedrigsten Juni-Wert seit 1991 gesunken. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent.

Im Bundesländervergleich kämpfte sich Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 13 vor und lässt aktuell Berlin, Bremen und Sachsen-Anhalt hinter sich. Innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 7,1 Prozent die Nase vorn und steht damit erneut besser da als Hamburg (7,3 Prozent). Die höchste Erwerbslosenquote im Land meldete der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 11,9 Prozent.

Vor allem junge Menschen und Langzeitarbeitslose profitierten von der Entwicklung, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl der Jobsuchenden im Vergleich zum Vorjahr um 16,5 Prozent, bei den Langzeitarbeitslosen um 12,5 Prozent. Der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bleibe allerdings eine große Herausforderung, sagte sie. Aktuell seien noch 30 200 Menschen im Land länger als ein Jahr ohne Job. Auch die Rente mit 63 half, die Statistik auf Glanz zu bringen. Die Zahl der Erwerbslosen über 63 Jahre sank im Vergleich zum Juni 2014 um rund 700, wie es hieß. Die Regionaldirektion schreibt den größten Teil dieses Effekts der Rente mit 63 zu. Der Mindestlohn ist nach Einschätzung von Haupt-Koopmann weiterhin kein Problem für den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Arbeitgeber suchten Angestellte, besonders im Gastgewerbe, im Bereich Soziales, Gesundheit und im Handel. Der Arbeitsmarktexperte der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern, Martin Sauer, glaubt, ohne den Mindestlohn wäre die Arbeitsmarktlage besser.

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