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Flair in die Küche : So lecker schmeckt Mecklenburg-Vorpommern

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bündnis aus Gastronomen, Lebensmittelproduzenten und Ernährungsexperten legt 70 Rezepte für regionale Gerichte vor – für eine gastronomische Identität

svz.de von
erstellt am 01.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Vor- sichtig dreht Thomas Köpke kleine Schweinelenden im Schwarzbrotmehl mit Zimt und Zucker. „Daraus wird der Hauptgang“, sagt der Koch des Romantik Hotels Ludorf (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Seine Schweinelendchen „Caspar Ohm“ mit Ingwer-Schattenmorellensauce sind eines von sechs besonderen Gerichten, die mehr regionales Flair in die Küche Mecklenburg-Vorpommerns bringen sollen.

Denn wer typische Gerichte aus dem Land an der Ostsee essen will, hat künftig die Qual der Wahl und kann aus bis zu 70 Rezepten wählen. Ein Bündnis aus Gastronomen, Lebensmittelproduzenten und Ernährungsexperten hat die Sammlung, die aus einem von der EU unterstützten Projekt hervorging, beim 1. Showkochen im Zentrum für Lebensmitteltechnologie (ZLT) in Neubrandenburg vorgestellt.

„Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern eine gastronomische Identität geben“, sagt Holger Gniffke, Leiter des Zentrums und selbst begeisterter Koch. Das war nicht einfach. „Wir haben gemerkt: Den typischen Mecklenburger und Vorpommer gibt es gar nicht.“

Es gehe gar nicht um teures Bio-Essen für Betuchte, sondern um regionale Gerichte für alle Preisgruppen. „Die Leute fragen immer nach Rippenbraten, aber es gibt viel mehr“, erläutert Koch Köpke, der schon seit Jahren auf Regionalität setzt. Von Mecklenburger Wurstplatte, Klütersuppe mit gebeiztem Reh, Tollense-Maräne, Schweinelendchen über Birne-Bohnen-Speckeintopf bis zum vegetarischen Schmorkohl reicht die Palette. „Dabei werden die alten deftigen Speisen nach heutigen Anforderungen abgewandelt“, erläutert Gniffke. Vor 100 Jahren hätten die Einheimischen draußen körperlich schwer gearbeitet, heute ist das meist anders. So wird statt sehr fettem, magereres Fleisch und statt tierischem Fett auch mal pflanzliches verwendet.

Ebenfalls auf Individualität und regionale Herkunft setzt der Sternekoch Daniel Schmidthaler, der aus Österreich an die Seenplatte gezogen ist und in Fürstenhagen bei Feldberg ein Restaurant betreibt. „Hecht mit Blutwurstpuffer und Kraut“ hat Schmidthaler „gezaubert“.

Gniffke, der am ZLT schon Lupinen-Eis, Rapsöl und andere Produkte entwickelte, will die Sammlung jetzt noch als Buch vorlegen. „Davon können auch die Landwirte profitieren“, hofft der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Thomas Diener. Die Gerichte sind jedenfalls innerhalb kurzer Zeit aufgegessen. Mit Schwarzbrotpudding und Kartoffelkuchen gibt es sogar Desserts.

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