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Streik in Schwerin : Sky-Team bleibt hart

vom

Verhärtete Fronten im Tarifstreik bei einem der größten Arbeitgeber Westmecklenburg.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Trotz Protesten vor dem Landtag und Dauerstreik vor der Firmenzentrale weigert sich Deutschlands Bezahlsender Sky seit Monaten in seinem Servicecenter in Schwerin Gespräche über den Abschluss eines Tarifvertrages für seine mehr als 700 Beschäftigten in MV aufzunehmen. Es gebe seit Monaten keinerlei Reaktionen der Arbeitgeber auf bisherige Gesprächsangebote, kritisierte  Dieter Altmann, Fachbereichsleiter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sky muss nun mitten im Weihnachtsgeschäft mit der Ausweitung der seit Wochen andauernden Arbeitsniederlegungen in dem bundesweit zuständigen Servicecenter in Schwerin rechnen. Die unbefristeten Streiks sollen in den kommenden Wochen verstärkt werden, kündigte Altmann  an. Die Belegschaft erhöht darüberhinaus den Druck. In einem offenen Brief wollen die Beschäftigten die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam machen. Darin fordern sie die Arbeitgeber auf, sich am Verhandlungstisch über den Abschluss eines Tarifvertrages auseinanderzusetzen.

Die Sky-Chefetage bleibt indes hart: Es werde keine Tarifvertrag und Gespräche mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geben, stellte Sky-Sprecher Axel Rakette klar. Das Unternehmen sehe seinen Verhandlungspartner im Betriebsrat, mit dem eine Betriebsvereinbarung über eine neue Vergütungsverordnung abgeschlossen worden sei. Auf der Grundlage habe Sky die Einkommen im Schnitt  um zehn Prozent erhöht – durch höhere Grund- sowie variable Vergütungen  und neue oder erweiterte Zuschläge für Sonn-, Feiertags- oder Nachtarbeit. Nur: Die Vereinbarung stößt in der Belegschaft aber immer mehr auf Kritik. In der Einkommenserhöhung seien Prämien und Zuschläge eingerechnet worden, deren Kriterien nicht realistisch seien, klagen Beschäftigte.  Tatsächlich seien die Grundvergütung z. B. für die unterste Lohngruppe  gerade 26 Cent je Stunde gestiegen – von 8,50 auf 8,76 Euro, bei einer, wie Verdi berichtet, lediglich auf 30 Wochenstunden begrenzten Arbeitszeit.

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