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Mecklenburg-Vorpommern : Schwimmbädern laufen die Kosten aus dem Ruder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei den Schwimmhallen im Land herrscht nicht nur eitel Sonnenschein – teure Sanierungen oder Neubauten stehen an

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Mit Beginn der kalten Jahreszeit brauchen Schwimmer in Mecklenburg-Vorpommern wieder ein Dach über dem Kopf. Doch Hallenbäder sind längst nicht überall verfügbar. Den Betreibern laufen angesichts steigender Energiepreise die Kosten davon, zudem müssen einige völlig überalterte Badeoasen dringend saniert oder gar neu gebaut werden, wie eine Umfrage ergab.

Die größte Baustelle tut sich derzeit in der Landeshauptstadt Schwerin auf. Eins von zwei Schwimmbädern wurde abgerissen, eine neue Halle soll dafür bis 2015 im Plattenbaugebiet Großer Dreesch errichtet werden. Die Arbeiten für das knapp elf Millionen Euro teure Bad liegen im Plan, wie es hieß. Da die künftige Halle mit zwei 25-Meter-Becken mehr Wasserfläche als das alte Bad haben wird, solle 2015 die Schwimmhalle im westlichen Stadtteil Lankow ebenfalls abgerissen werden. Um Energie zu sparen und Kosten zu senken, werde das neue Bad mit einer Photovoltaikanlage, Solarthermie und Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Mit einer Kombination aus Spaß- und Sportbad macht die Hansestadt Wismar seit 13 Jahren gute Erfahrungen. Bei jährlich rund einer halben Million Gäste, darunter viele Schüler, Studenten, Senioren und Familien, agiere das „Wonnemar“ in den schwarzen Zahlen, sagte Marketingchefin Madlen Roggentin. Seit Eröffnung 2005 flossen rund fünf Millionen Euro Investitionen in Erweiterungen und Instandhaltung des Bades. „Wir haben eine gute Marktposition in der Region“, so Roggentin. Geplant sei der Bau eines eigenen Hotels.

Neubrandenburgs Wassersportlern steht in der Vier-Tore-Stadt nur eine einfache Schwimmhalle aus DDR-Zeiten zur Verfügung. Betreiber sind die Stadtwerke, teilte eine Sprecherin mit. Gebaut vor 45 Jahren und 2008/09 komplett saniert, verfüge die Halle über ein klassisches 25-Meter-Becken. Genutzt werde das Bad vor allem zum Schul- und Vereinsschwimmen. Jährlich fließen rund 70 000 Euro in die Instandhaltung der Halle.

In Güstrow betreiben die Stadtwerke ein im Jahr 2000 errichtetes Freizeitbad. Eine Erweiterung sei weder geplant noch wirtschaftlich sinnvoll, so Sprecherin Juliane Fuchs. Die Preise für die „Oase“ seien bis 2012 stabil gewesen und dann angehoben worden. Ohne Zuschüsse der Stadtwerke gehe es aber nicht, denn die Eintrittspreise erwirtschaften die laufenden Kosten nicht, betonte die Sprecherin.

Die Greifswalder Stadtwerke betreiben in der Hansestadt seit 15 Jahren ein kombiniertes Wellness-, Sport- und Freizeitbad. Rund 200 000 Sportfreunde zähle die Einrichtung jedes Jahr, erklärte eine Sprecherin. Dennoch wirtschafte der Betrieb mit Verlust, die Stadtwerke müssten 40 Prozent zu jeder Eintrittskarte zuschießen. Daher seien dieses Jahr die Eintrittspreise erhöht worden. Unter anderem wegen steigender Energiekosten war ein Minus von knapp 1,7 Millionen Euro aufgelaufen. Seit 2007 flossen rund 7 Millionen Euro in den Erhalt des Bades.

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