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Überschuldung in MV : Schwerin zählt die meisten Schuldner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zu geringe Löhne: Jeder Zehnte in MV kann Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Wachsende Privatschulden trotz brummender Wirtschaft: Ungeachtet der stabilen Konjunktur steigt in MV die Zahl der Schuldner. Bei mehr als jedem zehnten über 18-Jährigen übersteigen die Zahlungsverpflichtungen das Einkommen, ermittelte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform – vor allem in den Städten. In Schwerin konnten 13,8 Prozent den Zahlungsaufforderungen nicht mehr nachkommen – so viele wie seit 2008 nicht mehr. Im Vergleich der 16 deutschen Landeshauptstädte ist nur in Wiesbaden die Situation noch schlimmer. Selbst innerhalb der Stadt haben die Analysten deutliche Unterschiede ausgemacht: So liegen bei jedem Fünften u. a. in den sozialen Brennpunkten Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz die Ausgaben über den Einnahmen. In den Stadtteilen Friedrichsthal, Lankow und Neumühle sind es nur 7,94 Prozent.

Nach wie vor zählen Arbeitslosigkeit, aber auch Trennungen zu den wichtigsten Gründen für Überschuldung, ermittelten die Creditreform-Experten: „Immer häufiger sind aber auch unwirtschaftliche Haushaltsführung, übermäßiger Konsum und Krankheit die Gründe für finanzielle Probleme.“ Viele seien trotz Arbeit arm und könnten von den Niedriglöhnen nicht leben, kritisierte Astrid Peters, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung in MV: „Die gute Konjunkturlage kommt bei vielen nicht an.“ So mussten z. B. von 70 Betroffenen, die in der Bützower Schuldnerberatungsstelle 2014 erstmals um Hilfe gebeten hatten, 44 mit weniger als 750 Euro netto im Monate auskommen. Gleichzeitig müsse aber ein immer höherer Anteil für Wohnkosten ausgegeben werden.

Der Schuldenberg wird kaum kleiner: Ein Rückgang der Überschuldung sei unwahrscheinlich, so Creditreform. Auch der neue gesetzliche Mindestlohn werde wenig Veränderung bringen, erwartet Peters: „Aber er ist ein Anfang für höhere Löhne in MV.“
 

 

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