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Infrastruktur : Schnelle Güterzüge an die Küste

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bund legt 300-Millionen-Bauprogramm auf

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2014 | 21:04 Uhr

Freie Fahrt ans Meer: Der Bund will in den kommenden fünf Jahren mit einem neuen Millionen-Programm die Hinterlandanbindungen zu den deutschen Seehäfen an Ost- und Nordsee auf Vordermann bringen. Bis 2020 sollen etwa 300 Millionen Euro ins Schienennetz gesteckt und Engpässe beseitigt werden, teilte das Bundesverkehrsministerium gestern mit. Die Kapazitäten im bestehenden Netz müssten ausgebaut werden, um den wachsenden Güter- und Personenverkehr bewältigen zu können, begründete Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Vor allem auf den Gütergleisen Richtung Häfen wird es eng: Prognosen zufolge wird der Umschlag an der Kaikante bis 2030 um etwa 74 Prozent zunehmen – jährlich im Schnitt fast drei Prozent. Experten rechnen damit, dass der Umschlag von 269 Millionen auf 468 Millionen Tonnen steigt. Daher sollen Engpässe beseitigt, zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene geschaffen und vor allem in Projekte investiert werden, „die sofort und vereinfacht“ und ohne zeitaufwendige Baurechtsverfahren oder Nachweise umgesetzt werden können. Bis Herbst solle das Investitionsprogramm stehen, hieß es im Bundesverkehrsministerium.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft meldet indes Investitionsbedarf im Güternetz an: So müsse schnellstmöglich der so genannte Gleisbogen bei Bad Kleinen gebaut werden – für eine durchgängige Bahnverbindung von Kopenhagen-Lübeck-Schwerin bis Berlin und zur Entlastung des Schienenverkehrs in Hamburg, forderte Dorothee Crayen, Verkehrsexpertin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin. Nach dem Bau der festen Fehmarnbelt-Querung könnte damit die schnellste Zugverbindung von Kopenhagen nach Berlin über Lübeck und Schwerin entstehen. Auch müsse endlich der nach der Wiedervereinigung auf den ersten Rang der wichtigsten Verkehrsprojekte gesetzte Ausbau der Küstenstrecke zwischen Lübeck-Bad Kleinen-Rostock-Stralsund vorangebracht werden. So fehle nach wie vor der durchgängige zweigleisige Ausbau. „Wir brauchen leistungsfähige Trassen“, meinte Crayen.

Auch auf der Strecke Rostock-Berlin: Der Abschnitt zwischen Kavelstorf und Rostock-Überseehafen müsse zügig fertiggestellt und die Strecke Stralsund-Berlin durchgängig für Geschwindigkeiten bis 160 km/h und höhere Achslasten ausgebaut werden, forderte die IHK Rostock.

Schnelle Verbindungen an Land, leistungsfähige Zufahrten in der Ostsee: Das Ressort von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) begrüßte gestern die Bundesentscheidung, den Etat aufzustocken und die Hafenhinterlandanbindungen auszubauen. Allerdings: Notwendig sei auch die Vertiefung der Zufahrten zu den Häfen Rostock auf 16,5 Meter und Wismar auf 11,5 Meter.


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