Autofahrer befragt : Schmerzgrenze beim Spritpreis nicht erreicht

<fettakgl>Zwei Euro </fettakgl> für den Liter Benzin -  jeder Vierte würde so viel bezahlen.  <foto>dapd</foto>
Zwei Euro für den Liter Benzin - jeder Vierte würde so viel bezahlen. dapd

Bei den Spritpreisen gibt es noch Luft nach oben. Laut einer Forsa-Studie ist die Schmerzgrenze bei jedem zweiten befragten Autofahrer noch nicht erreicht. Jeder Vierte würde bis zu zwei Euro pro Liter zahlen.

svz.de von
14. Juni 2012, 08:25 Uhr

Rostock-Warnemünde | Für die Autofahrer gibt es bei den Spritpreisen offenbar noch Luft nach oben. Laut einer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Auftrag gegebenen Forsa-Studie ist die Schmerzgrenze bei jedem zweiten befragten Fahrer noch nicht erreicht. Jeder Vierte würde auch bis zu zwei Euro pro Liter Kraftstoff zahlen, um nicht auf seine Mobilität verzichten zu müssen, wie ZDK-Präsident Robert Rademacher gestern in Rostock-Warnemünde sagte. Elf Prozent der Befragten würden sogar noch tiefer in die Tasche greifen.

Wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise ändert die Mehrheit der Autofahrer aber ihr Fahrverhalten: Sie ließen ihr Auto öfter stehen, sagte Rademacher. Mehr Strecken denn je würden zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Car-Sharing kommt dagegen nur für einen verschwindend geringen Teil der Autofahrer - drei Prozent - infrage.

Auch bei den Autohändlern machten sich die Veränderungen im Mobilitätsverhalten bemerkbar. Kunden achteten stärker als bisher auf einen möglichst geringen Kraftstoffverbrauch beim Autokauf, jeder Zweite hält dieses Kriterium für "sehr wichtig". Der Schadstoffausstoß sei dagegen nur jedem dritten Befragten "sehr wichtig", das neue Öko-Label für Fahrzeuge sogar nur jedem vierten Befragten bekannt.

Insgesamt zurückhaltender sind Autofahrer beim Kauf von Neufahrzeugen. "Der Privatmarkt schwächelt", sagte Rademacher. Seit Jahresbeginn seien erneut vier Prozent weniger Neuwagen verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Dass die Zahl der Neuzulassungen dennoch leicht steige, liege an den Eigenzulassungen von Händlern und Herstellern. Besser laufe das Geschäft hingegen beim Gebrauchtwagenverkauf.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden in den ersten vier Monaten dieses Jahres 13 082 Fahrzeuge zugelassen und damit 409 weniger als im gleichen Zeitraum 2011. Der Präsident des Kfz-Landesverbandes MV, Rainer Schlorf, geht davon aus, das sich dieser Trend bis Jahresende fortsetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen