Satellitendaten : Schiffsverkehr wird sicherer

Satelliten-Empfangsanlagen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt  in Neustrelitz
Satelliten-Empfangsanlagen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz

Neustrelitzer Institut sammelt Satellitendaten / Einsatz auch bei der Suche nach vermisstem malaysischen Flugzeug

svz.de von
28. März 2014, 12:05 Uhr

Mit Riesenmengen von Satellitendaten aus Neustrelitz wird die Schifffahrt künftig weltweit sicherer. Dazu wurde gestern die vierte Forschungsstelle „Maritime Sicherheit“ des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Betrieb genommen. Über den Forschungsverbund soll auch die Sicherheit von Offshore-Windanlagen verbessert, die Umweltverschmutzung auf See verringert sowie terroristische Anschläge verhindert werden, sagte die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Brigitte Zypries, zur Eröffnung.

„Das kommt genau richtig“, sagte der Direktor des Deutschen Fernerkundungszentrums, Stefan Dech. In der kommenden Woche werde der erste europäische Satellit ins All gebracht, bei dem viele Behörden und Firmen freien Zugang zu den Daten haben. „Es gibt dann weltweit nur sehr wenige Stellen, an denen so viele Daten zusammenlaufen wie in Neustrelitz. Die rund 70 Neustrelitzer Mitarbeiter arbeiten beim Verbund „Maritime Sicherheit“ mit Bremen, Braunschweig und Oberpfaffenhofen sowie dem „Forschungshafen Rostock“ zusammen.

In Kooperation mit Industriepartnern werden dabei Verfahren entwickelt, bei denen die Radarinformationen der Satelliten mit den Signalen der Schiffe zusammengeführt werden. „So können Schiffsführer und Navigiersystem auf verlässlichere Informationen als bisher zurückgreifen. Beim DLR sei dazu schon ein Prototyp eines Signalgebers entwickelt worden, der künftig auf Schiffen eingesetzt werden soll und ständig genaue Daten zum Schiff liefert.

Die Satellitendaten aus Neustrelitz würden über einen internationalen Verbund derzeit auch bei der Suche nach Teilen des verschwundenen Flugzeugs im Indischen Ozean einbezogen. Laut Dech soll 2015 eine weitere Bodenstation in Neustrelitz dazukommen, die rund vier Millionen Euro kostet.


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