Wölfe in MV : Schäfer rechnen mit deutlich mehr Schäden

 

 

Nutztierhalter erwarten Mehraufwand und höheren Kosten durch Angriffe der Wölfe

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22. August 2015, 07:00 Uhr

Die Ausbreitung des Wolfes sorgt bei Tierhaltern in Mecklenburg-Vorpommern für große Unruhe. „Die Gefahr von Wolfsangriffen ist deutlich gewachsen, nicht nur bei Schafen, sondern auch bei anderen Weidetieren“, sagte der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbandes Jürgen Lückhoff gestern in Karow (Kreis Ludwigslust-Parchim). Am Donnerstagabend hatten rund 60 Tierhalter in Karow darüber beraten. Das Land müsse auch deshalb im Doppelhaushalt 2016/17 mehr Geld für vorbeugenden Schutz von Weidetieren einplanen.

Die Wolfsrudel in der Lübtheener Heide in Südwestmecklenburg und in der Ueckermünder Heide (Kreis Vorpommern-Greifswald) haben laut Agrarministerium elf Junge. Dazu kommen mehrere Einzeltiere im Land.

Nach einem Jahr suchten sich junge Wölfe eigene Territorien, was die Probleme verschärfen werde. „Wir können im Moment noch froh sein, dass noch nicht mehr passiert ist“, sagte Lückhoff.

Bisher hätten aber nur Tierhalter im Süden MV Anspruch auf Zuschüsse für vorbeugenden Herdenschutz, wie Elektrozäune und Herdenschutzhunde. „Das ,Wolfserwartungsgebiet‘ muss auf das ganze Land ausgedehnt werden.“ Bei Schäden durch Wölfe können Schafhalter bisher Entschädigungen erhalten, wenn sie nachweisen, dass die Schutzvorrichtungen ordnungsgemäß installiert waren und funktionierten.

Der Mehraufwand, den Schäfer haben, werde mit Entschädigungen aber bei Weitem nicht aufgewogen, sagte Lückhoff. Derzeit gebe es nur noch 50 bis 60 Schäfer, die von dem Geschäft leben könnten. „Schäfer sind aber nicht die, die alle zwei Jahre einen neuen Daimler bestellen.“ Aus Diskussionen mit Rinderhaltern wisse er, dass auch Bauern mit  Mutterkühen beunruhigt seien und Angriffe auf Kälber befürchteten. Laut Schweriner Agrarministerium haben Wölfe seit 2007 im Nordosten 154 Schafe, Rentiere und andere Nutztiere getötet.

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