Milch und Co. werden teurer : Saftige Preiserhöhungen

Die Milch bei Aldi Süd ist seit gestern teurer. Die Konkurrenz dürfte bald im Boot sein.dpa
Die Milch bei Aldi Süd ist seit gestern teurer. Die Konkurrenz dürfte bald im Boot sein.dpa

Nach Butter jetzt auch Milch, Apfelsaft und Frischfleisch: Auf die Verbraucher kommen Preiserhöhungen zu. Denn Aldi Süd läutete mit der Erhöhung von 9 Cent je Liter Milch eine neue Preiserhöhungsrunde im Handel ein.

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02. November 2012, 06:37 Uhr

Düsseldorf | Nach Butter jetzt auch Milch, Apfelsaft und Frischfleisch: Bei diesen häufig gekauften Lebensmitteln kommen auf die Verbraucher Preiserhöhungen zu. Denn Aldi Süd läutete mit der Erhöhung von 9 Cent je Liter Milch eine neue Preiserhöhungsrunde im Handel ein. Traditionell dürfte die Konkurrenz rasch folgen. Die Verbraucher in Deutschland geben aber schon seit geraumer Zeit mehr Geld für Lebensmittel aus. Und das hat unterschiedliche Gründe.

Während die Discounter noch vor Jahren fast im Monatsrhythmus mit dauerhaften Preissenkungen werben konnten, dominieren seit längerer Zeit die Preiserhöhungen. Nach Berechnungen der GfK-Marktforscher stiegen bei den Waren des täglichen Bedarfs die durchschnittlich an den Kassen bezahlten Preise im Jahr 2011 um 2,8 Prozent. In diesem Jahr beträgt der Anstieg bislang 2,7 Prozent.

Dabei spielten aber nicht nur Preiserhöhungen eine Rolle. "Die Verbraucher kaufen auch höherwertig", schildert der GfK-Experte Wolfgang Adlwarth. Außerdem steige der Anteil der Artikel, die im Sonderangebot zeitlich befristet von den Discountern und Supermärkten verkauft werden, aktuell nicht weiter an. Aber allein schon bedingt durch die stetig steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt werde der Preis der Lebensmittel tendenziell wohl weiter nach oben gehen.

Aldi Süd erhöhte am Freitag nicht nur den Milchpreis kräftig. Zugleich wurde Apfelsaft nach Angaben von Marktbeobachtern bei dem führenden Discounter teurer. Auch für einiger Frischfleisch-Produkte müssen die Kunden nun tiefer in die Tasche greifen. Begründung: gestiegene Rohstoffkosten.

Branchenbeobachter wie der Discountexperte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail erwarten, dass die anderen Lebensmittelhändler rasch nachziehen werden. Allerdings hielten sie die Supermarktriesen Edeka und Rewe zunächst noch völlig bedeckt. Auch die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount machte keine Angaben. Lidl räumt ein, dass eine Preiserhöhung bei Milch zu erwarten sei.

Die Erzeuger atmen unterdessen auf: "Angesichts der immensen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Bauern ist dieser Schritt längst überfällig", kommentiert der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Hans Foldenauer, die Preiserhöhung von 9 Cent je Liter. Die Molkereien forderte er auf, die 9 Cent komplett an die Bauern weiterzugeben.

Als eigentlichen Grund für die steigenden Preise sieht Foldenauer eine geringere Milchmenge in jüngster Zeit. "Wir haben relativ hohe Futterkosten. Es wird etwas verhaltener gefüttert", erläutert er.

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