Mecklenburg-Vorpommern : Rückschlag für Wirtschaft

Harry Glawe
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Wirtschaftskraft sank gegen den Bundestrend / Auch Löhne stiegen langsamer

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29. März 2014, 12:00 Uhr

Nach drei Jahren im Plus ist das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern 2013 erstmals wieder geschrumpft. Wie das Statistische Amt gestern mitteilte, sank die Wirtschaftsleistung im Vorjahr preisbereinigt um 1,1 Prozent auf knapp 37,1 Milliarden Euro. Im Jahr davor hatte Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von korrigierten 0,7 Prozent noch den drittgrößten Zuwachs aller Bundesländer verzeichnet. Größer waren die Einbrüche 2013 nur noch im Saarland (-1,3 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (-1,2 Prozent). Zuwächse von etwa 1 Prozent verzeichneten hingegen Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Hessen.

Die negative Wirtschaftsentwicklung schlug sich auch in der Beschäftigung nieder. Die Zahl der Erwerbstätigen war 2013 im Nordosten um ein Prozent geringer als im Vorjahr. Das Lohnniveau blieb trotz tariflicher Steigerungen niedrig. Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern verdienten im Schnitt ein Fünftel weniger als der Bundesdurchschnitt.

Mit dem deutlichen Wachstumsdämpfer erfüllte sich die Hoffnung auf eine weitere Stärkung der Wirtschaftskraft im Nordosten und die Annäherung an industriestarke Regionen 2013 nicht. Bei einem Bevölkerungsanteil von zwei Prozent trug MV gerade 1,4 Prozent zur Gesamtwirtschaftsleistung Deutschlands bei. Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem erreichte mit 51 563 Euro 78,8 Prozent des Bundesdurchschnitts.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht in der Entwicklung keine Anzeichen für einen generellen Trendwandel. Die Unternehmen im Land seien für 2014 positiv gestimmt. „Wir haben hohe Nachfragen bei Erweiterungen von Unternehmen“, stellte Glawe unter Hinweis auf eine Vielzahl von Förderanträgen fest. Das Land stelle in diesem Jahr 255,7 Millionen Euro zur Verfügung. Gute Entwicklungen zeichneten sich in der Ernährungsgüterwirtschaft und im Tourismus ab.

Nach Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder stieg das Bruttoinlandsprodukt bundesweit um 0,4 Prozent und damit auch deutlich schwächer als im Jahr davor. Im Durchschnitt der neuen Länder stagnierte die Entwicklung. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe Mecklenburg-Vorpommerns ging die Bruttowertschöpfung zurück.


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