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Generalversammlung in Güstrow : Rinderzüchter mit Sorgenfalten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Fusion zahlt sich aus, doch wegen gesunkener Milchpreise sieht die Zukunft nicht so rosig aus

Nach der Fusion 2014 haben die Rinderzüchter aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ihre Geschäfte ausgebaut, blicken aber mit Sorge auf das laufende Geschäftsjahr. „Gründe sind die gefallenen Milchpreise und der Wegfall von Russland als Absatzmarkt für Milchprodukte“, sagte die Geschäftsführerin der RinderAllianz GmbH (Woldegk/Stendal), Sabine Krüger, gestern in Güstrow bei der Generalversammlung des Rinderzuchtverbandes MV. Der Umsatz der Zuchtverbände und ihrer Tochtergesellschaft RinderAllianz habe um zehn Prozent auf rund 73 Millionen Euro gesteigert werden können.

„Alles war toll“, sagte Krüger, aber die Rahmenbedingungen hätten sich deutlich verschlechtert. Bauern bräuchten Milchpreise um 35 Cent pro Liter, um rentabel zu wirtschaften. Die Preise seien wegen größerer Milchmengen aber auf 25 bis 28 Cent pro Liter gefallen. „Wenn die Milchquote im April ganz wegfällt, wird mit einem weiteren Rückgang der Milchpreise gerechnet“. Zudem seien große Mengen Käse auf dem EU-Markt, die Russland wegen der Sanktionen nicht mehr abnehme.

Die GmbH vertreibt mit 200 Beschäftigten Zuchtrinder und Sperma von Spitzenbullen aus Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und der Prignitz (Brandenburg). Beide Verbände vertreten mehr als 1000 Agrarbetriebe. Ziel der Zucht sind langlebige, fruchtbare und produktive Kühe. Die Kühe im Zuchtverband MV geben im Schnitt im Leben 26 800 Liter Milch, was rund 770 Liter über dem Bundesdurchschnitt liege. Das Umsatzplus führt die RinderAllianz auf mehr Service rund um die Befruchtung der Kühe und mehr Tierverkauf zurück. In aktuellen Ranglisten lägen sechs Bullen der RinderAllianz unter den 20 besten deutschen Zuchttieren. Spitzenreiter sei Bulle Lennard aus Bismark (Sachsen-Anhalt), zu den gefragtesten gehöre Dastin aus Woldegk.

Im gemeinsamen Verbandsgebiet, zu dem die brandenburgische Prignitz gehört, stehe die größte Herdbuchzucht für Fleischrinder in Deutschland. Für ihre Vermarktung sei gerade ein Liefervertrag mit einer großen norddeutschen Steakhauskette abgeschlossen worden.

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