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Reiseveranstalter mit Schulden nach MV verkauft : Rainbow Tours: Verfahren ist eröffnet

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Für wenig Geld und mit jeder Menge Spaß reisen. Das war viele Jahre das Erfolgsrezept des Reiseveranstalters Rainbow Tours. Doch beim Amtsgericht Neubrandenburg wurde gestern das Insolvenzverfahren eröffnet.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2012 | 11:59 Uhr

Neubrandenburg | Für wenig Geld und mit jeder Menge Spaß nach Paris, Rimini oder an den Balaton - das war viele Jahre das Erfolgsrezept des Reiseveranstalters Rainbow Tours. Vor allem Jugendliche nutzten die Pauschalangebote des Busreise-Unternehmens unter dem Werbeslogan: "Ich würde es immer wieder tun".

Doch das wird wohl künftig nicht mehr möglich sein. Beim Amtsgericht Neubrandenburg wurde gestern das Insolvenzverfahren eröffnet. Amtsgerichtsdirektorin Heike Paulmann sagte auf Anfrage unserer Redaktion: "Es geht um Verbindlichkeiten des Reiseunternehmens in Höhe von drei Millionen Euro." Im Dezember hatte der neue Eigentümer, Jörg Grützner, einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt.

Aussichten auf Rettung des Unternehmens gibt es kaum. Der Insolvenzverwalter, der Stralsunder Rechtsanwalt Christian Langhoff, sagte gegenüber unserer Redaktion: "Eine Abwicklung ist nach Stand der Dinge wahrscheinlich." Die Entscheidung liegt aber letztlich bei den Gläubigern. Die würden in den nächsten Tagen Benachrichtigungen erhalten, damit sie ihre Forderungen konkretisieren können. Auch müssten mögliche Außenstände aufgespürt und eingetrieben werden, sagte Langhoff. Normales Insovenzverwalter-Geschäft.

Rainbow Tours war vor rund 30 Jahren in Hamburg gegründet worden. Generationen von Abiturienten fuhren mit dem Unternehmen günstig nach Spanien, Kroatien, Italien und Ungarn. Die Firma mit Sitz in Hamburg hatte auch in Berlin und Köln Büros und beschäftigte in ihren besten Zeiten rund 1000 Angestellte und Reiseleiter. Das Unternehmen war Mitte 2011 in wirtschaftliche Probleme geraten. Reisen wurden kurzfristig abgesagt, viele Gläubiger blieben auf ihren Forderungen sitzen.

Der Hamburger Geschäftsmann Mathias D. Kampmann, der Rainbow Tours seit 2001 führt, hatte die Firma im Oktober überraschend nach Mecklenburg-Vorpommern verkauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen nur noch 30 Mitarbeiter. Neue Besitzer wurden die Müritz-Strelitzer Busunternehmen GmbH in Neustrelitz und deren Inhaber Jörg Grützner. Nach einem Bericht des Hamburger Abendblattes soll Grützner für die Übernahme eine Rechnung von 250 000 Euro an den einstigen Besitzer Kampmann gezahlt haben. Das Blatt berichtet weiter, Grützner sei selbst an mindestens acht Insolvenzen beteiligt gewesen.

Der Unternehmer kündigte im Oktober an, Rainbow Tours wieder zahlungsfähig zu machen. Anschließend wollte er 2012 mit neuen Gesellschaftern an den Markt. Das misslang gründlich.

Gegen Kampmann ermittelt die Staatsanwaltschaft. Es soll um Insolvenzverschleppung und Betrug gehen.

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