Bauern demonstrieren : Protest gegen Ramsch-Preise

Agrarminister Till Backhaus kündigte finanzielle Unterstützung an.
Agrarminister Till Backhaus kündigte finanzielle Unterstützung an.

Bauern in Teterow fordern Ausgleich für Verluste durch Russland-Sanktionen

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04. September 2015, 21:00 Uhr

MVs Bauern fordern von der Bundesregierung und der EU einen Ausgleich für Verluste durch die Sanktionen gegen Russland. „Wir büßen dadurch vier Cent pro Liter Milch und acht Euro pro Schwein ein“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes Rainer Tietböhl Freitag auf einer Kundgebung in Teterow. Die Bauern seien für Frieden in der Ukraine, aber jetzt sei es Zeit, die Sanktionen schrittweise wieder abzubauen. Vor rund 200 demonstrierenden Landwirten übergab Tietböhl einen Forderungskatalog an Landesagrarminister Till Backhaus (SPD), damit Lebensmittel nicht länger zu „Ramsch-Preisen“ gehandelt werden. Backhaus äußerte Verständnis für die Wut der Bauern und kündigte finanzielle Unterstützung an.

Bauern aus ganz MV waren zuvor mit einem fast einen Kilometer langen Protestzug aus Traktoren durch Teterow gezogen. Sie forderten fairere Preise für Lebensmittel und bessere Rahmenbedingungen, um ihre Betriebe wieder rentabel führen zu können. Auf Transparenten stand unter anderem: „Keine Landwirte – Keine Nahrung“, „Wir fordern Mindestlohn – Fünf Euro pro Schwein“ sowie „Merkel, Schmidt und Co machen Milchbauern k.o.“

Bauernpräsident und Minister kritisierten vor allem die Rolle des Lebensmitteleinzelhandels, der Milch- und Schweinefleischpreise zuletzt stark gesenkt hatte. „Die Gewinnmargen liegen bei Aldi, Lidl, Rewe und Co bei 30 Prozent, wir wollen aber nur fünf Prozent mehr für die Bauern“, erklärte der Minister. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lidl & Co schlecht verdienen“, sagte Tietböhl, der auch weniger strenge Vorschriften für die Tierhaltung forderte.

Ohne höhere Erlöse und weniger Bürokratie drohe die Rinder-, Schweine- und andere Tierhaltung sowie die damit zusammenhängende Lebensmittelproduktion kaputtzugehen. „Wir wollen aber kein Land, in dem es nur noch Ackerbau gibt, denn dann haben Verarbeitungsbetriebe bald auch nicht mehr viel zu tun“, sagte Tietböhl.





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