Naturschutz-Wertpapiere : Promis legen MV-Ökoaktien ins Depot

Seit gestern zu ordern: Genussscheine zum Erhalt von Streuobstwiesen
Seit gestern zu ordern: Genussscheine zum Erhalt von Streuobstwiesen

Nach Waldaktie und MoorFutures gibt das Land für Naturschutzprojekte jetzt Streuobstgenussscheine aus

svz.de von
09. April 2015, 12:17 Uhr

Schauspieler Axel Prahl hat sie, Punk-Ikone Nina Hagen auch, ebenso Ex-Bundespräsident Horst Köhler: Prominente, Einwohner und Touristen haben sich zehntausende Naturschutz-Wertpapiere aus MV ins Depot gelegt. 70 000 Waldaktien zum Stückpreis von zehn Euro seien in den vergangenen Jahren ausgegeben worden, dazu tausende MoorFutures – für Investitionen in den Klimaschutz, teilte das Agrarministerium mit. Seit gestern können Anleger in MV auch in Streuobstgenussscheine investieren.

Mit der Anlage sei ein drittes ökologisches Wertpapier auf den Markt gebracht worden, mit dem jeder die Möglichkeit habe, sich an der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu beteiligen, erklärte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gestern bei der Ausgabe des ersten Genussscheines in Gehren im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dazu könnten Streuobstwiesen einen großen Beitrag leisten. Sie gehörten mit 5000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen. So könne beispielsweise ein Apfelbaum mehr als 1000 wirbellose Tierarten beherbergen, wie Schmetterlinge, Käfer, Ameisenarten, Wespenarten, Würmer und Schnecken. Zudem lebten bis zu 40 Vogelarten in einer Streuobstwiese.

Doch die Wiesen gerieten in Gefahr: Ursprünglich im 17. und 18. Jahrhundert zur Versorgung der Bevölkerung angelegt gehe ihr Bestand seit den 1960ern zurück. Mit den jetzt zum Stückpreis von 10 Euro ausgegebenen Genussschein sollen bestehende Streuobstwiesen erhalten oder neue kultiviert werden, erklärte Backhaus. Mit zehn Euro lasse sich z. B. der jährliche Pflegeschnitt eines Baumes durchführen, mit zehn Wertpapieren die fachgerechte Pflanzung eines Baumes.

Kapitalanlagen im Naturschutz: Die Idee lässt immer mehr namhafte Investoren ihr Geld in Öko-Wertpapiere stecken. 1,1 Millionen Euro seien in den vergangenen Jahren in Waldaktien und MoorFutures angelegt worden, teilte das Agrarministerium mit – beispielsweise von einer Gruppe Schweizer Touristen, die die Klimabilanz aufbessern wollten und jährlich beim MV-Urlaub Waldaktien kauften. Mit dabei seien auch Manager der Fastfood-Kette McDonald, die bei Überschreitung von CO2-Zielen der Firmenwagenflotte MoorFutures kauften oder die Commerzbank, die den durch die Hauptversammlung verursachten CO2-Ausstoß durch MoorFutures kompensierten.

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