zur Navigation springen

Kreuzfahrtsaison : Pro Anlauf mehr Passagiere

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch am Rostocker Kai machen immer größere Kreuzliner fest – das stellt die Hafenwirtschaft vor neue Herausforderungen

Mit dem Festmachen der „Aidabella“ am Warnemünder Cruise Center beginnt am 5. Mai in Rostock die diesjährige Kreuzfahrtsaison. Insgesamt 179 Schiffsanläufe werden erwartet, bis am 18. Oktober die „Marco Polo“ den Reigen der Schiffe beschließt. Die Hansestadt Rostock bestätigt damit ihre führende Stellung als Kreuzfahrthafen an der deutschen Ostseeküste. Kreuzliner steuern aber noch weitere Ziele in Mecklenburg-Vorpommern an. Eine Veranstaltung der Bezirksvereinigung der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) lotete kürzlich „Trends und Planungen der Häfen in MV im Kreuzfahrtgeschäft“ aus.


Markt in Europa wächst imposant


Wie Prof. Sönke Reise, Bezirksvorsitzender der DVWG, erläutert, ist insbesondere in Europa ein imposantes Wachstum um sieben Prozent zu verzeichnen, während in den USA der Markt nur noch moderat um 1,9 Prozent zunimmt. Allein von Nordamerika aber gehen zwölf der etwa 21 Millionen Seereisen aus, Amerikaner stellen mehr als die Hälfte der Passagiere. Nahezu gleichauf folgen Großbritannien und Deutschland mit einem Anteil von etwa acht Prozent. Die Weltkreuzfahrtflotte ist in den vergangenen Jahren auf etwa 300 bis 400 Schiffe mit mehr als 450 000 Betten gewachsen. Der Trend zu größeren Schiffen, die eine Kreuzfahrt auch Normalverbrauchern erschwinglich macht, hält an.

Diesen Trend bestätigt Christian Hardt, Leiter Kreuzschifffahrt bei der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero). Er belegt das mit dem Vergleich der Saisons 2006 und 2013. Bei 138 Anläufen 2006 war gegenüber 198 Anläufen 2013 die beachtliche Steigerung von 43 Prozent zu verzeichnen. Das Passagieraufkommen macht die Entwicklung aber noch deutlicher. Kamen 2006 etwa 143 000 Reisende mit den Schiffen, so waren es 2013 bereits 365 000 – ein Sprung um 153 Prozent. Pro Anlauf wuchs die Anzahl der Passagiere von 1036 auf 1843, somit um 78 Prozent und die Tonnage pro Anlauf verdoppelte sich nahezu.

Das wird auch in diesem Jahr augenscheinlich werden. Die Reederei Princess Cruises steuert mit der „Royal Princess“ Warnemünde an. Das neue Flaggschiff der Flotte ist 330 Meter lang und 36 Meter breit. Über 17 Decks ist es für 3600 Passagiere ausgelegt. Eine Besonderheit ist ein über die Bordwand hinausragender gläserner Spazierweg in fast 40 Metern Höhe.

Hardt zufolge ergeben sich verkürzte Hafenliegezeiten, wenn die Schiffe zur Einsparung des umweltfreundlicheren, aber deutlich teureren Treibstoffs langsamer fahren. Daraus leiten sich höhere Anforderungen an die Hafenlogistik ab.


Erwartungen in Wismar, Sassnitz und Stralsund


Der Seehafen Wismar steht praktisch vor der ersten großen Bewährungsprobe als Kreuzfahrthafen. Das Columbus Cruise Center Wismar war erst 2012 mit dem Anlauf der „Saga Ruby“ aus der Taufe gehoben worden. 2013 steuerten weitere drei Kreuzliner das Wismarer Terminal an, das Schiffen bis zu maximal 240 Metern Länge Platz bieten kann. In diesem Jahr sind hier 15 Anläufe geplant, allein zehn durch die „Empress“ vom spanischen Reiseveranstalter Pullmanturs.

Wismar wirbt mit seinem schmuck hergerichteten Stadthafen nahe der City und somit den Zeitzeugen eindrucksvoller Backsteingotik, erklärt Kreuzfahrt-Koordinatorin Claudia Altmann. Saisonstart ist der 10. Mai.

In Stralsund hat die Saison am 28. März mit dem Anlauf des Flusskreuzers „Johannes Brahms“ bereits begonnen, berichtet Hafen-Geschäftsführer Sören Jurrat. Etwa 120 Flusskreuzfahrtschiffe werden hier in diesem Jahr erwartet und wetteifern um einen Liegeplatz unmittelbar vor dem Ozeaneum. Auch zwei Hochsee-Kreuzliner haben sich mit dem MS „Deutschland“ (12. Juli) und „Seabourn Legend“ (28. August) angemeldet. Ihr Liegeplatz wird der Frankenhafen mit dem dort 288 Meter langen Kai sein. Langfristig wird in Stralsund nach Standortuntersuchungen ein Anleger am Dänholm angesteuert.

Während Stralsund auch mit seiner Backsteingotik und der Zugkraft des Ozeaneums wirbt, lockt der Fährhafen Sassnitz mit den Kreidefelsen und weiteren Reizen der Natur Rügens, so Falk Ohlig, der als Seniormanager Kreuzfahrt seine Erfahrungen aus seiner Dienstzeit im Lübecker Hafen in Sassnitz einbringt.

14 Anläufe sind bislang im Fähr- und Stadthafen Sassnitz gemeldet. Das könnten noch mehr werden, wenn Wind und Wetter, wie im Vorjahr, das geplante Tendern von den Kreuzlinern „Hamburg“, „Europa II“ und „Amadea“ zu den Seebrücken Binz und Usedoms nicht zulassen.


zur Startseite

von
erstellt am 21.Apr.2014 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen