Wohnen in MV : Preisspirale: Mieten steigen 2016 weiter

Der Mieterbund fordert staatliche Förderung als Investitionsanreiz für den Neubau von preiswerten Mietwohnungen.

Der Mieterbund fordert staatliche Förderung als Investitionsanreiz für den Neubau von preiswerten Mietwohnungen.

Nachfrage nach niedrigpreisigen Wohnungen steigt - doch das Angebot ist knapp.

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15. Januar 2016, 06:00 Uhr

Mieter in Mecklenburg-Vorpommern müssen nach Ansicht von Branchenkennern wohl auch 2016 tiefer in die Tasche greifen. „Wir gehen von weiter steigenden Mieten aus“, sagte Christian Rudolph, Landesgeschäftsführer des Deutschen Mieterbundes. Die Nachfrage nach Wohnungen vor allem im niedrigpreisigen Segment steige besonders in Städten wie Rostock, Greifswald und Schwerin. Gründe seien die Zunahme von Singlehaushalten, die Integration von Flüchtlingen und hohe Studentenzahlen. Dagegen nehme das Angebot nicht im gleichen Maße zu. „In Rostock gibt es faktisch keinen Leerstand mehr“, so Rudolph. Klaffen Angebot und Nachfrage auseinander, seien höhere Mieten im Regelfall immer die Folge.

Stadt Euro pro
Quadratmeter

Greifswald

Wismar

Neubrandenburg

Rostock

Schwerin

Parchim       

Ludwigslust

Güstrow

8,22

7,09

7,08

6,41

5,63

5,18

5,18

4,82

Diese Entwicklung zeigt sich auch in den aktuellen Mietspiegeln. Wer in Schwerin eine gut ausgestattete Unterkunft mit weniger als 40 Quadratmetern sucht, muss mit durchschnittlich 7,95 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete rechnen, wie aus dem Mietspiegel der Stadt hervorgeht, der kürzlich für 2016/17 erstellt wurde. 2011 waren für die gleiche Größe und den gleichen Standard noch 6,70 Euro fällig – ein Anstieg um fast 19 Prozent.

In der Rostocker Innenstadt kostet eine kleine Wohnung mit weniger als 45 Quadratmetern im Durchschnitt  8,53  Euro pro  Quadratmeter Kaltmiete. 8,88 Euro müssen Mieter in Greifswald für eine kleine Wohnung berappen.

Der Mieterbund fordert staatliche Förderung als Investitionsanreiz für den Neubau von Mietwohnungen. „Wir brauchen mehr preiswerte Wohnungen“, sagte Rudolph. Außerdem müsse die 2015 in Kraft getretene  Mietpreisbremse auch in Städten wie Rostock eingeführt werden. Mecklenburg-Vorpommern verzichtet auf diese Regelung, nach der Neumieten in ausgewiesenen Gegenden nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen.

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