Preise fahren Achterbahn

 Die Preise für zahlreiche Lebensmittel steigen und belasten die Haushaltskassen. dpa
Die Preise für zahlreiche Lebensmittel steigen und belasten die Haushaltskassen. dpa

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14. Oktober 2011, 10:30 Uhr

Düsseldorf | Die Preise für zahlreiche Lebensmittel steigen und belasten die Haushaltskassen. Beispiel Kaffee, das beliebteste Getränk der Deutschen. Kaffeebohnen und Kaffeepulver waren im September im Schnitt fast 22 Prozent teurer als vor einem Jahr. Nur Steinobstkonserven, also beispielsweise Kirschen, verteuerten sich noch stärker um 38 Prozent. Pflanzenöl und Margarine kosteten fast 20 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie die aktuelle Statistik zeigt.

Die jüngsten Preissprünge von Ende September und Anfang Oktober, die die Verbraucher bereits beim Einkauf merken, sind in der Statistik allerdings noch nicht enthalten. Aldi hob den Zuckerpreis um fast ein Drittel von 65 auf 85 Cent je Kilogrammpackung an und läutete damit eine Preiserhöhungsrunde im Lebensmittelhandel ein. Auch Billig-Nudeln und einige Erfrischungsgetränke wurden teurer.

Schon Anfang November könnte es die nächste Preiserhöhung bei einem der am häufigsten gekauften Lebensmittel geben: Milch. In der Verhandlungsrunde der einzelnen Handelsunternehmen und Molkereien über neue Halbjahresverträge werden in den nächsten Tagen die ersten Abschlüsse erwartet. Mindestens 5 Cent mehr je Liter Trinkmilch seien mit Blick auf die starke Nachfrage auf dem Weltmarkt nötig, sagt Gerd Krewer, Vize-Geschäftsführer der Landesvereinigung Milchwirtschaft NRW.

Die Verkäuferinnen haben mit dem Austausch der Preisschilder an den Regalen jede Menge zu tun. Mit rund 270 Produkten habe Aldi in diesem Jahr mehr als ein Viertel seines rund 1000 Artikel umfassenden Sortiments verteuert, berichtet die "Lebensmittel Zeitung". Dem hätten nur etwa 25 Preissenkungen gegenübergestanden. Ein ähnliches Bild ergeben die Berechnungen der Fachzeitschrift auch für andere Discounter. Bei Lidl beispielsweise, der ein größeres Sortiment besitzt, habe es dieses Jahr 425 Preiserhöhungen und 36 Preissenkungen bis September gegeben.

Aldi Süd spricht von Preiserhöhungen bei "einigen Produkten", die sich aufgrund deutlich gestiegener Rohstoffpreise nicht vermeiden ließen. Der Discounter Lidl, der 1600 Artikel des täglichen Bedarfs im Sortiment hat, wollte die im Zeitungsbericht genannten Zahlen nicht kommentieren. Bei der Gestaltung der Verkaufspreise orientiere man sich an den Marktgegebenheiten.

Der gesamte Warenkorb an Nahrungsmitteln, den das Statistische Bundesamt bei Händlern überprüfen lässt, verteuerte sich binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent. Damit waren Lebensmittel im September keine Inflationsbremse, sondern entsprachen der allgemeinen Preissteigerung. Gegenüber August blieb der Warenkorb Nahrungsmittel insgesamt dank der Rückgänge bei Obst und Gemüse preisstabil. Die billigeren Kartoffeln und das billigere Obst sind nach Einschätzung von Statistikern keine Folge der EHEC-Krise, sondern saisonbedingt.

In den Euroländern ist die Inflation im September auf 3,0 Prozent geklettert. Im August hatte sie noch bei 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gelegen, teilte die Statistikbehörde Euro-stat gestern mit. Als Grund für die Steigerung wurden unter anderem höhere Kosten für Benzin, Heizöl und Strom genannt. Die leicht rückläufige Entwicklung bei den Mieten, aber auch bei Gemüse wirkte hingegen preisdämpfend.

In Deutschland kletterte die Inflationsrate im September auf 2,6 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahren.

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