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Briefe bleiben liegen : Postboten im Norden erneut im Streik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der nächsten Woche soll es weitere Tarifverhandlungen geben

Die Briefträger und Paketboten der Deutschen Post haben im Norden ihren Warnstreik fortgesetzt. Nach Angaben von Verdi kamen am Mittwoch weitere Standorte in Hamburg, in Ahrensburg und Bargteheide (beide Schleswig-Holstein) sowie in Barth und Malchin (beide Mecklenburg-Vorpommern) hinzu. „Es ist für die Kunden ärgerlich, zumal der nächste Gesprächstermin in der Tarifrunde vereinbart ist“, sagte ein Sprecher der Post im Norden. Die bisherigen Auswirkungen der Streiks hätten sich in Grenzen gehalten.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 20. und 21. Mai in Königswinter bei Bonn terminiert. Verdi fordert für die bundesweit 140 000 Mitarbeiter eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. Die Gewerkschaft reagiert damit auf die Gründung von 49 Gesellschaften in der Paketzustellung, die Verdi für unzulässig hält.

Zu Vorwürfen aus der Gewerkschaft, die Post schüchtere Streikende mit befristetem Arbeitsvertrag mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen ein, teilte Post-Vorstandschef Frank Appel mit: „Den rufschädigenden Vorwurf der gezielten Einschüchterung von Streikenden bei der Deutschen Post weise ich entschieden zurück.“ Er würde sich wünschen, „dass Verdi wieder zu Handeln mit Augenmaß zurückfindet und konstruktives Vorgehen bei den laufenden Tarifverhandlungen zeigt“.

Die Gewerkschaft erwartete im Norden, dass in den bestreikten Briefzentren Hunderttausende Sendungen liegen blieben. Außerdem warteten in Schwerin und Lübeck etwa 600 000 Briefe weiter auf ihre Zustellung. Dort hatten Postboten bereits am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Auch die Paketzusteller in Hamburg wurden zum Streik aufgerufen, wodurch nach Verdi-Angaben rund 40 000 Pakete liegen bleiben dürften.

 

Wo überall gestreikt wird

In Deutschland gibt es derzeit nicht nur bei der Post Tarifstreitigkeiten. Beispiele:

Bahn: Die Lokführer haben seit dem vergangenen September achtmal bundesweit den Zugbetrieb der Deutschen Bahn bestreikt, zuletzt von Montag bis Sonntag vergangener Woche. In dem festgefahrenen Konflikt will die Lokführergewerkschaft GDL nicht mehr allein für die Lokführer verhandeln, sondern auch für das übrige Zugpersonal in ihrer Mitgliedschaft.

Kindertagesstätten: Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber verhandeln für 240 000 städtische Kita- und Jugendheim-Beschäftigte. Dabei geht es darum, dass die Beschäftigten mehrere Tarifstufen höher eingruppiert werden.

Lufthansa: In dem Tarifkonflikt streikte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bereits zwölfmal für Übergangsrenten der Lufthansa-
Piloten. Jetzt haben die Piloten das Angebot der Fluggesellschaft für eine Gesamtschlichtung angenommen.

 

 

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