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Ab 2013 mehr zahlen für den Standardbrief : Post erhöht das Briefporto

vom

15 Jahre lang hat die Deutsche Post den Preis für die Beförderung des Standardbriefs nicht erhöht - jetzt wird er steigen: Ab 2013 sind 58 statt der bislang 55 Cent zu zahlen. Verbraucherschützer bleiben entspannt.

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2012 | 07:05 Uhr

Bonn | Im Zeitalter von Internet, E-Mail und SMS gilt der Brief längst als Auslaufmodell. Doch wenn es ums Porto geht, erhitzen sich die Gemüter. 15 Jahre lang hat die Deutsche Post den Preis für die Beförderung des Standardbriefs nicht erhöht, einmal sogar leicht abgesenkt - jetzt aber wird er steigen: Ab 2013 müssen die Bundesbürger auf einen Standardbrief eine 58 Cent-Marke kleben. Gestern genehmigte die Bundesnetzagentur den Antrag auf Preiserhöhung.

Von der Monopolkommission, den Gralshütern des Wettbewerbs in Deutschland, waren schon im Vorfeld Bedenken zu hören. Der Vorsitzende des Gremiums, Daniel Zimmer, verwies auf überhöhte Umsatzrenditen der Post im Briefbereich. Das sei nur möglich, wenn die Preise deutlich über den Kosten lägen.

Doch die Portoerhöhung hat aus Sicht der Deutschen Post einen konkreten Hintergrund: Seit Jahren schrumpft das klassische Briefsegment. Briefe werden immer weniger befördert, weil das Internet mit E-Mail und sozialen Netzwerken die Welt der Kommunikation erobert hat. So schrumpfte der Umsatzanteil des Briefbereichs am Gesamtumsatz der Post (2011: 53 Mrd Euro) auf ein Viertel. Vor einigen Jahren war es noch die Hälfte.

Zudem wird der gelbe Riese als Marktführer, nicht aber seine Wettbewerber, im Briefbereich noch staatlich reguliert. Das heißt, Preisänderungen bei Briefsendungen bis zu einem Gewicht von 1000 Gramm muss sich das Unternehmen stets vorab genehmigen lassen. Wettbewerber können unabhängiger agieren.

Jeder dritte Brief im Geschäftskundensegment soll nach Angaben der Deutschen Post inzwischen von Wettbewerbern zugestellt werden.

Insgesamt beförderte die Post im vergangenen Jahr 7,8 Milliarden Briefe für Geschäfts- und Privatkunden. Tendenz: rückläufig.

Um das Geschäftsfeld trotz eines schrumpfendes Marktes rentabel zu halten, steuert die Post mit Effizienzprogrammen dagegen. Irgendwann aber ließen sich steigende Kosten nicht mehr auffangen, wenn immer weniger Briefe geschrieben und verschickt würden, beteuerte Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes.

Wie viel einer der weltweit größten Post- und Logistikkonzerne durch die Portoerhöhung erlösen wird, bleibt ein Geschäftsgeheimnis. Experten sprechen von einem oberen zweistelligen Millionenbetrag. Als überhöht kann das Briefporto kaum gelten. Im Europa-Vergleich liegt es nach Angaben der Bundesnetzagentur im guten Mittelfeld.

Mit Kritik halten sich selbst Verbraucherschützer zurück. Seit Öffnung des Postmarktes seien die Briefpreise inflationsbereinigt um 20 Prozent gesunken, sagte Michael Bobrowski beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Er nennt die Anpassung unspektakulär und sagt: "Ein deutscher Privathaushalt gibt pro Monat weniger als 4 Euro für Postdienstleistungen aus. Für Privatverbraucher wären die Auswirkungen also vergleichsweise gering."

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