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A 14 : Planer lügen sich in eigene Tasche

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Man habe sich „in die eigene Tasche gelogen“, meint Thomas Taschenbrecker, Chef der Straßenmeisterei zur Finanzierung der A14

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Der Bautermin für den Weiterbau der Nord-Süd-Autobahn 14 steht: Ab Juni 2015 sollen die Bauarbeiten auf dem zweiten, 95 Millionen Euro teuren Abschnitt Mecklenburg-Vorpommerns zwischen der Anschlussstelle Ludwigslust-Süd und der Landesgrenze Brandenburg beginnen, kündigte gestern der Chefplaner und Chef der Straßenmeisterei Schwerin, Thomas Taschenbrecker, bei einem Verkehrsforum der IHK Schwerin an. Die ökologischen Vorarbeiten würden noch 2014 beendet, sagte er. Bis zum Jahresende wolle das Land einen der größten Aufträge für das zehn Kilometer lange Teilstück ausschreiben – für die 500 Meter lange Eldetal-Brücke. Taschenbrecker zufolge soll der Bau früher als bisher vorgesehen fertiggestellt werden. Im Dezember 2017 könne der A-14-Bau in MV abgeschlossen werden, sagte er. Bislang war von 2018 ausgegangen worden. Ursprünglichen Plänen zufolge sollten allerdings bereits 2015 beide Abschnitte freigegeben werden. Es habe aber beim Bund Verzögerungen bei der Finanzierung gegeben, sagte Taschenbrecker.

Pendler aus Westmecklenburg und der Prignitz können indes ab Dezember 2015 mit Erleichterungen rechnen: Weihnachten kommenden Jahres solle sowohl auf dem 16-Kilometer-Abschnitt zwischen der A24 und der Anschlussstelle Ludwigslust-Süd als auch auf dem ersten Teilstück in Brandenburg zwischen Groß Warnow und Karstädt der Verkehr rollen, kündigte Taschenbrecker an. Bis zum ersten Quartal 2015 würden die Bauarbeiten am Autobahnkreuz Schwerin abgeschlossen: „Bis zum Jahresende steht der Rohbau.“

Ab 2017 freie Fahrt von Wismar bis Karstädt: Richtung Süden müssen Autofahrer aber noch über Jahre auf eine durchgängige Autobahn verzichten. Das Verkehrministerium in Sachsen-Anhalt geht zwar noch davon aus, dass ab 2020 der Verkehr rollen kann. Die Pläne geraten aber zunehmend ins Wanken. Vor allem in Brandenburg stockt es: Auf den noch ausstehenden Bauabschnitten in der Prignitz liefen bis Ende 2014 die Kartierungsverfahren, erklärte Christian Fenske von der Stadtverwaltung Wittenberge. Das weitere Verfahren sei noch nicht abschätzbar. Fenske: „Ich sehe es noch nicht, dass ab 2020 der Verkehr durchgängig rollen kann.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg machte indes deutliche Planungsdefizite in den Ländern aus. Es fehle für viele Abschnitte das Baurecht: „Wenn Baurecht besteht, wird auch zeitgerecht das Geld zur Verfügung gestellt.“ Indes scheint sich der Bund auf steigende Kosten einzustellen: Vor allem Umweltauflagen hätten die Baukosten für die Trasse von 774 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro verdoppelt, erklärte CDU-Haushaltsexperte Rehberg: „Wir sind noch nicht am Ende“. Taschenbrecker gestand indes Fehler bei der Kostenplanung ein: Es sei von Anfang klar gewesen, dass die Trasse für die veranschlagten rund 800 Millionen Euro „nicht zu bauen“ gewesen ist. Taschenbrecker: Da habe man sich „in die eigene Tasche gelogen“.

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