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Personalnot: Jeder vierte Arbeiter geht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Höhere Löhne in MV in Aussicht / DGB rechnet mit Comeback des Tarifvertrages

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2014 | 14:35 Uhr

Arbeitskräftemangel in Büros und Werkstätten: Mecklenburg-Vorpommern wird in nur 15 Jahren noch einmal ein Viertel der derzeit etwa eine Million Einwohner im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren verlieren. Das geht aus dem neuen Demografiebericht der Landesregierung hervor, der im Anhörungsverfahren derzeit von Verbänden, Gewerkschaften, Vereinen, Kammern und Kommunen diskutiert wird. Bis 2030 wird sich die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung um weitere 263 000 auf 835 000 reduzieren – mehr noch als der Landkreis Ludwigslust-Parchim Einwohner zählt. „Das lässt keinen Stein auf dem anderen“, warnt der stellvertretende DGB Nord-Chef Ingo Schlüter und mahnt von den Unternehmern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an, um Mitarbeiter im Land zu halten. Nach der Landflucht in der 90er-Jahren und dem allmählichen Abschied der Babyboomer-Generation von der Arbeitswelt werde es   in jeder Region, in jeder Branche zu einer „massiven Verknappung von Fachkräften kommen“.

Schlüter: „Die Zeit des gefühlten Fachkräftemangels geht zu Ende.“ Arbeiter und Angestellte können indes mit höheren Löhnen rechnen: „Die Fachkräftenot wird zu einem „Comeback des Tarifvertrages führen“, erwartet Schlüter: „Die Zeit der Tarifflucht geht zu Ende.“ Unternehmen, die künftig nicht nach Tarif zahlten, dürfte es noch schwerer fallen, Fachkräfte zu gewinnen, meinte der DGB-Vize. Dem DGB zufolge gelten in Mecklenburg-Vorpommern für weniger als jedes vierte Unternehmen und jeden zweiten Beschäftigten gemeinsame Gehaltsregeln der Sozialpartner. Im Westen liegt der Anteil bei 34 Prozent der Firmen.

Die ersten Betriebe reagieren: Jedes dritte Unternehmen will dem Fachkräftemangel mit einer „Steigerung der Arbeitgeberattraktivität“ begegnen und dazu u. a. die Löhne erhöhen, ergab die Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammer Schwerin. Im Handwerk haben bereits 13,4 Prozent der Betriebe in Westmecklenburg in den letzten Monaten das Lehrlingsgeld erhöht, um junge Leute für sich zu gewinnen.  

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