Rostocker Hafen : Pannenreiche Schiffstaufen

Unverhoffter Täufer: Dirk Schmidt arbeitet eigentlich in der Technik und musste selbst aktiv werden.
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Unverhoffter Täufer: Dirk Schmidt arbeitet eigentlich in der Technik und musste selbst aktiv werden.

Falsche Patinnen und unkaputtbare Champagnerflaschen: Vier Flusskreuzer bekommen auf der Neptun Werft ihre Namen verliehen.

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19. März 2014, 12:00 Uhr

Auf der Rostocker Neptun-Werft sind gestern die neuen Flusskreuzfahrtschiffe der Reederei Viking River Cruises auf die Namen „Hlin“, „Kara“, „Idi“ und „Kvasir“ getauft worden. Für die Reederei war das nur eine kleine Etappe auf einem regelrechten Tauf-Marathon. Innerhalb von 24 Stunden bekamen 16 Viking-Schiffe ihre Namen verliehen. Elf davon wurden auf der Neptun-Werft gebaut. Die gestrige Zeremonie in Warnemünde war dennoch ganz besonders und dürfte als die pannenreichste Taufe in die Geschichte von Viking River Cruises eingehen: Erst zersprang die falsche Flasche, dann ging eine andere nicht kaputt und zu guter Letzt bekamen die Schiffe wegen der falschen Taufreihenfolge nicht die richtigen Namen.

Seit 13 Jahren ist Dirk Schmidt als Techniker bei Viking River Cruises angestellt und hat in dieser Zeit mehr als 20 Taufen pannenfrei mitgestaltet. Als die erste Flasche am falschen Schiff zerschellte, wurde Schmidt richtig nervös. „Sowas ist noch nie passiert“, sagt er. Er griff schließlich selbst zur Champagner-Flasche, warf sie an das neue Schiff und wurde damit zum Täufer. Dass die vier Flusskreuzer nun weniger Glück auf ihren Reisen über Rhein, Main, Mosel, Donau und Rhône haben werden, glaubt Schmidt nicht.

Bald können er und seine Kollegen ohnehin wieder zeigen, wie eine pannenfreie Taufe abläuft. Denn Viking River Cruises lässt aktuell weitere, baugleiche Schiffe in Rostock fertigen. Sie sind 135 Meter lang, 11,45 Meter breit, haben einen Tiefgang von 1,60 Meter und können bis zu 190 Passagiere aufnehmen. Nach Angaben des Chefs der Neptun-Werft, Manfred Müller-Fahrenholz, ist das Auftragsbuch gut gefüllt. Die Finanzierung von zwölf weiteren Flusskreuzfahrtschiffen auf der Neptun Werft wurde Anfang Februar gesichert. Finanziert wird das Neubauprogramm von der bundeseigenen Investitionsbank KfW Ipex mit insgesamt 288,9 Millionen Euro. Mit dem Auftrag könne die Werft frei werdende Kapazitäten nach den jüngsten Ablieferungen neu einsetzen und sei für ein weiteres Jahr ausgelastet. Darum ging es für die Rostocker Schiffbauer gestern gleich nach der großen Zeremonie zurück an die Arbeit.

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