Ostdeutschland : Ostrente soll im Wahljahr deutlich stärker steigen

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Für die vier Millionen Rentner in Ostdeutschland könnte das Wahljahr besonders erfreulich werden.

Die Renten sollen steigen. Um wie viel genau, ist noch offen. Mitte März könnte das Geheimnis gelüftet werden.

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13. März 2013, 12:06 Uhr

Berlin | Für die mehr als 20 Millionen Rentner in Deutschland ist der 1. Juli ein besonders wichtiger Termin. Dann gibt’s mehr Geld. Um wie viel die Rente genau steigt, ist noch offen. Erst müssen alle Zahlen zu Beschäftigung und Lohnentwicklung auf dem Tisch liegen. Dies könnte nach Einschätzung von Insidern um den 20. März herum der Fall sein. Erst dann wird das Geheimnis gelüftet. Gut möglich, dass die Erhöhung im Osten dreimal so hoch wie die im Westen ausfällt. Drei Prozent mehr zwischen Rügen und Erzgebirge, ein Prozent Plus im Westen Deutschlands prognostizierte vor knapp vier Monaten die Spitze der Rentenversicherung. Kommt es so, können sich die rund vier Millionen Ost-Rentner im Wahljahr auf die höchste Rentenerhöhung seit 1997 freuen. Die etwa 16 Millionen Altersgenossen im Westen dürften eher lange Gesichter machen.

Bei einer Rente von 1200 Euro liefe dies im Westen auf eine Erhöhung um etwa 12 Euro im Monat hinaus. Im Osten wären es mit 36 Euro dreimal so viel. Bei 800 Euro Rente sind es 8 oder 24 Euro mehr, bei 1800 Euro Monatsrente schon 18 Euro oder 54 Euro. Schon 2009 - vor der Bundestagswahl - schnitten die Ostrentner mit plus 3,4 Prozent deutlich besser ab als die Altersgenossen West mit 2,4 Prozent.

Noch steht nichts fest. Aber es deutet alles auf eine satte Erhöhung hin, zumindest vordergründig. Die Entwicklung bei Löhnen und Beschäftigung war positiv. Bruttolöhne und -gehälter legten 2012 laut Statistischem Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen um 3,7 Prozent zu. Da aber noch Korrekturen - vermutlich nach unten - ausstehen, warnen Fachleute davor, diesen Wert als Orientierung für die Rente zu nehmen. Zudem werden die gestiegenen Einkommen der Beamten in jedem Fall herausgerechnet - und alles auch noch nach Ost und West differenziert.

Das Ost-Rentenniveau nähert sich mit der zu erwartenden Erhöhung zwar weiter dem West-Niveau an, hinkt aber immer noch hinterher. Derzeit erwirbt ein Durchschnittsverdiener im Westen pro Jahr einen Rentenanspruch von 28,07 Euro im Monat, im Osten sind es 24,92 Euro. Das entspricht 88,8 Prozent des Westniveaus. Mit der Anpassung schrumpft der Abstand auf etwa 9 Prozent, sagt der jüngste Rentenversicherungsbericht der Regierung voraus. Bei einem Rentenwert West von dann 28,35 Euro und 25,97 Euro im Osten. Sollte die Voraussage stimmen, brechen im Osten dennoch keine "goldenen Zeiten" an. Seit Anfang 2000 verloren die Renten laut Bundesregierung etwa ein Fünftel ihrer Kaufkraft: 17 Prozent im Westen und knapp 22 Prozent im Osten. Die anstehende Erhöhung ist also nicht mehr als ein Trostpflaster. Den West-Rentnern winkt nicht mal ein Ausgleich der Inflation.

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