Schweriner Erklärung : Ost-Grüne warnen vor Schweinebaronen

Riesenschweinezuchtanlagen beschäftigen die Grünen. Sie fordern Korrekturen.
Riesenschweinezuchtanlagen beschäftigen die Grünen. Sie fordern Korrekturen.

Massentierhaltung beschränken, Riesenställe nicht mehr fördern, Verbraucher aufklären

svz.de von
17. März 2014, 20:34 Uhr

Die Ost-Grünen warnen vor einer Ausdehnung der industriellen Tierhaltung in den neuen Ländern und den Folgen für Umwelt, Tier und Mensch. „Schweinebarone und Hühnerhalter aus den Niederlanden und aus Niedersachsen planen Großinvestitionen. Das ist eine West-Ost-Wanderung von unglaublichem Ausmaß“, sagte der Chef der brandenburgischen Grünen-Landtagsfraktion, Axel Vogel, gestern bei einem Treffen mit seinen ostdeutschen Amtskollegen in Schwerin.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten die sechs Fraktionschefs Gesetze zur Durchsetzung einer „menschen-, tier- und umweltgerechten Nutztierhaltung“. Die Kontrollen der Agrarbetriebe sollen verbessert und eine umfassende Verbraucheraufklärung sichergestellt werden. „Immer mehr Menschen wollen genau wissen, woher das Fleisch kommt und wie das Tier gehalten wurde, um dann bewusst ihre Kaufentscheidung zu treffen“, sagte die Magdeburger Fraktionschefin Claudia Dalbert. „Wir brauchen ein deutlich höheres Maß an Transparenz. Nur so ist ein faires Bündnis von Verbraucher und Tierproduzent möglich“, betonte Anja Siegesmund aus Thüringen. Ihr Schweriner Amtskollege Jürgen Suhr äußerte sich überzeugt, dass Verbraucher mit ihrem Verhalten maßgeblich Einfluss nehmen können: „Fast jeder Discounter hat heute eine Biotheke. Vor wenigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.“

Die Grünen fordern von den Regierungen ihrer Bundesländer Korrekturen in der Agrarförderung zugunsten kleinerer und ökologisch wirtschaftender Betriebe. Der Bau riesiger Ställe soll hingegen nicht mehr staatlich gefördert werden.

In MV sind nach Angaben des Schweriner Agrarministeriums 77 neue Anlagen zur Tierhaltung in der Planung. Es gebe Anträge auf 70 000 Plätze für Mastschweine sowie für 13 000 Milchkühe. Der holländische Investor Adrian Straathof hatte trotz heftiger Bürgerproteste in Alt Tellin (Kreis Vorpommern-Greifswald) eine Ferkelzuchtanlage mit 10 500 Schweinen errichtet. Sie gilt als die größte in Europa.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen