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Windparks : Offshore-Strom ist Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Um Standorte für künftige Windparks auf See und die Strategie im Land wird gestritten.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 20:45 Uhr

Die Landesregierung will mehr Windparks auf See, kurzfristig aber weder neue Standorte vor der Küste festlegen, noch konkrete Ausbauziele formulieren. Wie Energieminister Christian Pegel (SPD) gestern im Landtag sagte, läuft gegenwärtig die öffentliche Anhörung zum neuen Landesraumentwicklungsprogramm. Dieses enthalte auch Eignungsgebiete für neue Offshore-Anlagen. „Wir nehmen die Beratungen ernst und werden erst nach der Diskussion Entscheidungen treffen“, sagte Pegel zu einem Antrag der Grünen, die ein umfassendes Landeskonzept für Windparks auf See verlangt hatten. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Das Raumentwicklungsprogramm soll laut Pegel 2016 wirksam werden. In der Kritik steht vor allem der Vorschlag, Windräder bis auf sechs Kilometer an die Küste heranzubauen. Rund 590 Quadratkilometer Meeresfläche in dieser Zone seien im Entwurf neu als Eignungsgebiete ausgewiesen, sagte der CDU-Abgeordnete Dietmar Eifler. Die Tourismusbranche befürchtet bei einer Festschreibung und Umsetzung der Pläne Nachteile für das Land.

Der Minister machte deutlich, dass die Landesregierung die Windkraftbranche allgemein und den Offshore-Bereich im Besonderen als große Chance für MV sehe. „Die Energiewende gelingt nur mit der Windkraft. Deshalb setzen wir auf Windkraftanlagen an Land und auf See“, sagte Pegel.

Die Grünen kritisierten die Regierung. Sie habe versäumt, die Ausweisung von Windeignungsgebieten an einem nachvollziehbaren Bedarf auszurichten. Das löse bei betroffenen Bürgern und Küstengemeinden Fragen danach aus, ob der erzeugte Strom tatsächlich benötigt werde, erklärte der Grünen-Abgeordnete Johann-Georg Jager den wachsenden Widerstand. Auch nach Jaegers Überzeugung wird Offshore-Windenergie einen wesentlichen Beitrag für die Energiewende leisten und bietet wirtschaftliche Chancen.

Als erster deutscher Offshore-Windpark in der Ostsee war 2011 „Baltic 1“ rund 16 Kilometer vor dem Darß in Betrieb gegangen. Mit „Baltic 2“ ist ein zweiter im Bau, 2016 soll mit der Errichtung von drei weiteren Windparks vor der Küste begonnen werden. Laut Pegel ist mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gesichert, dass die bis 2020 in der Ostsee geplanten Windparks von den Investoren auch errichtet werden können.

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