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Schiffsbau MV : Nordic-Werften gehen die Aufträge aus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der deutsche Schiffsbau boomt. Nur in MV nicht. An den Werften hierzulande geht der Aufschwung vorbei.

svz.de von
erstellt am 28.Mai.2015 | 07:45 Uhr

Ostseewerften in der Warteschleife: Der Aufschwung in der deutschen Schiffbauindustrie geht an den Werften in Mecklenburg-Vorpommern weitgehend vorbei. Während die Branche den höchsten Auftragsstand seit 2008 meldet, geht drei der vier großen Werften im Nordosten allmählich die Arbeit aus. Auf den zur Nordic-Gruppe gehörenden Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund hat sich der Orderbestand inzwischen auf lediglich eine im Bau befindliche Konverterplattform für einen Offshore-Windpark in der Nordsee und zwei kurz vor der Ablieferung befindliche eisbrechende Rettungs- und Bergungsschiffe für das russische Transportministerium reduziert. Auftragswert: mehrere hundert Millionen Euro. Der Bau der Konverterplattform sichere die Arbeit bis 2017, meinte Werftsprecher Stefan Sprunk gestern in Wismar. Nordic baut seit Ende vergangenen Jahres an der Umrichterstation DolWin gamma – derzeit gleichzeitig an allen drei Standorten. Der neue Stahlkoloss ist die bislang vierte Offshore-Konverterplattformen von Nordic. Nach eigenen Angaben habe die Werft damit von den weltweit bislang neun Stationen so viele Plattformen gebaut wie keine andere Werft. Aber: „Da müssen noch Aufträge dazukommen“, meinte Sprunk. Feste Ordereingänge sind derzeit noch nicht in Sicht: Nordic beteilige sich an mehreren Ausschreibungen für kleinere Plattformen in der Nord- und Ostsee sowie vor der britischen Küste. „Es läuft noch nicht so, wie es laufen könnte“, meinte Sprunk. Wie es heißt, verderben vor allem die Sanktionen der EU gegen Russland Nordic das Geschäft.

Abwarten bei Nordic, Aufschwung in der deutschen Schiffbaubranche: Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Orderbestand auf 40 Schiffe mit einem Auftragswert von 10,8 Milliarden Euro, bilanzierte gestern der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) in Hamburg. Die Konzentration auf Spezialmärkte zahlt sich aus“, erklärte VSM-Chef Harald Fassmer. Kreuzfahrtschiffe, das bisher größte Offshore-Seismik-Schiff für die Suche nach Öl und Gas, die längste private Mega-Yacht, das modernste Forschungsschiff der Welt, Brennstoffzellen-U-Boote, Rohr-Kabelleger und Offshore-Konverterplattformen: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit sei es vielen der 40 deutschen Seeschiffswerften gelungen, sich innerhalb der letzten zehn Jahre in gesunden Nischen erfolgreich auf dem Weltmarkt zu positionieren. Hingegen habe sich der Bau von Handelsschiffen wie Tankern, Massengut- und Containerschiffen komplett nach Asien verlagert.

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