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Fisch-Fangmengen : Niemand ist zufrieden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ostsee-Dorschquote der EU enttäuscht Fischer und Umweltschützer

Die Fisch-Fangmengen für die Ostsee für 2016 stehen. Doch sowohl Fischer als auch Umweltschützer sind unzufrieden. Für Enttäuschung sorgte gestern vor allem die Entscheidung der EU-Staaten vom Vorabend, die Fangmenge (Quote) für den Dorsch um ein Fünftel zu kürzen im Vergleich zum laufenden Jahr.

„Jede Kürzung ist eine Kürzung zu viel“, sagte Norbert Kahlfuss, der Vorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern. Der von den Ministern vereinbarte Anstieg der Heringsquote um 18 Prozent sei zu begrüßen, werde aber die Verluste durch die Absenkung der Dorschquote nicht kompensieren können, sagte Kahlfuss.

Auch der Fischereiverband Schleswig-Holstein ist nicht zufrieden mit der Entscheidung der EU-Kommission. „Für viele unserer Betriebe wird die Kürzung der Fangquote kaum zu verkraften sein“, sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Benjamin Schmöde. „Es hätte allerdings noch viel schlimmer kommen können, da  die wissenschaftlichen Empfehlungen weitaus stärkere Einschnitte vorgesehen hatten.“

Aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF ist die Fangmenge immer noch zu hoch: „Westlicher Dorsch wird kommende Saison mit amtlichem Segen überfischt werden, obwohl der Bestand seit Jahren im roten Bereich ist. Das ist legalisierte Überfischung statt nachhaltiger Bewirtschaftung, die das Fischereigesetz vorschreibt“, kritisierte Stella Nemecky vom WWF.

„Ich bin sehr besorgt über den Zustand des westlichen Dorschbestands“, hatte auch EU-Fischereikommissar Vella eingeräumt, der am Donnerstagabend von einem „harten“ Treffen sprach. Immerhin sei anerkannt worden, dass der Bestand überfischt ist. Ein Bestand ist eine Fischart in einem bestimmten Gebiet. Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2020 all ihre Bestände auf langfristig verträglichem Niveau zu befischen.

Die Umweltorganisation Oceana beklagte: „Bei diesem Tempo wird die Frist 2020 zur Wiederherstellung der Nachhaltigkeit aller Fischbestände nicht erreicht werden.“ Das wissenschaftliche Beratergremium ICES, auf das sich die EU-Kommission bei ihren Vorschlägen an die EU-Staaten für die Fangquoten mit stützt, hatte etwa beim Dorsch deutlich stärkere Kürzungen gefordert.

 

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