50Hertz Transmission : Netzbetreiber vergräbt Seekabel in Meeresgrund

svz.de von
18. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission hat die Verlegung von Seekabeln zur Anbindung von Offshore-Windparks östlich von Rügen beantragt. Das Unternehmen will eigenen Angaben zufolge knapp eine Milliarde Euro in die Verlegung von sechs, jeweils rund 90 Kilometer langen Seekabelsystemen investieren. Über die Stromtrassen können Windparks mit einer Gesamtleistung von 1500 Megawatt angebunden werden, sagte der Projektmanager von 50Hertz, Stefan Westhues, gestern in Lubmin.

Der Baubeginn für die Stromtrassen ist 2015 geplant. Sie werden – in 1,5 Meter Tiefe unter dem Meeresboden – vom Adlergrund und Arkonabecken östlich von Rügen durch die Ostsee zum Umspannwerk Lubmin führen. 2015 soll auch der Bau der Offshore-Parks „Wikinger“ der Iberdrola-Renovables Offshore Deutschland GmbH und das Projekt „Arkonabecken Südost“ der AWE Arkona-Windpark-Entwicklungs GmbH, einer Eon-Tochter starten. Die beiden Anlagen mit je 80 Windrädern haben eine Leistung von jeweils 400 Megawatt.

Weitere Projekte nordöstlich von Rügen befinden sich im Genehmigungsverfahren. Bis 2023 sollen laut Netzentwicklungsplan Offshore in der deutschen Ostsee Windparks mit einer Gesamtleistung von 1,3 Gigawatt entstehen, bis 2024 sogar 1,7 Gigawatt.

Die Genehmigungsunterlagen für die Seekabelverlegung wurden beim Energieministerium in MV und beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eingereicht. Untersucht wurden Auswirkungen auf die Fischerei und Schifffahrt, militärische und Umweltbelange, sagte der für Genehmigungen zuständige 50Hertz-Manager, Jens Regiment. Das Unternehmen hofft auf eine Genehmigung Ende 2014. Das Energieministerium wird die Unterlagen zunächst auf Vollständigkeit prüfen. Dann wird ein Anhörungsverfahren starten, an dem auch die Umwelt- und Naturschutzverbände beteiligt werden.

Nach Angaben von 50Hertz wurden auch Auswirkungen durch den Bau von geplanten Parallelprojekten untersucht. Danach würde im ökologisch sensiblen Greifswalder Bodden die „Erheblichkeitsschwelle“ der Umweltauswirkungen nicht überschritten, selbst wenn es zum Bau eines dritten und vierten Strangs der Ostseepipeline sowie eines Gaskraftwerks in Lubmin kommen sollte, betonte Manager Regiment.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen