Preisanstieg gestoppt : Nebenkosten: Mieter erhalten Geld zurück

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Mieterbund: viele Abrechnungen fehlerhaft

svz.de von
16. September 2015, 06:30 Uhr

Gutschriften für Mieter: Tausende Hausbewohner in Mecklenburg-Vorpommern können in den kommenden Wochen mit teilweise üppigen Rückzahlungen der Betriebskosten für das vergangene Jahr rechnen. Je nach Vorauszahlungen können Mieter in einigen Fällen einige hundert Euro rückerstattet bekommen, erklärte Ingo Schall, Geschäftsführer des Mieterbundes Schwerin. Der Grund: Der rasante Anstieg der Energiekosten in den letzten Jahren sei gestoppt worden. So seien sowohl die durchschnittlichen Energiekosten als auch der Heizenergieverbrauch durch den vergangenen milden Winter zurückgegangen. So war beispielsweise Heizöl zuletzt so billig wie seit 2009 nicht mehr. Auch die Gaspreise hatten nachgelassen. Allerdings hätten Mieter mit Fernwärmeversorgung von den Preissenkungen nicht in dem Maße profitiert, da die Versorger in MV die Preissenkungen nur in geringerem Umfang an die Mieter weitergegeben hätten, so Schall. Das Landeskartellamt hatte vor mehr als einem Jahr festgestellt, dass etliche Fernwärmeversorger in MV über Jahre zu hohe Preise kassiert hatten.

Die Mieter zahlten im Schnitt 2,19 Euro je Quadratmeter für die sogenannte zweite Miete, erklärte Schall – bei einer 80 Quadratmeter-Wohnung im Monat 175 Euro. Inzwischen hätten sich die Betriebskosten stabilisiert oder sogar leicht rückläufig. Je nach Witterungsverlauf im kommenden Winter könnte sich der Trend auch in diesem Jahr weiter fortsetzen. In den vergangenen Jahren waren die Betriebskosten unter anderem auch durch die Kosten für den Öko-Strom-Ausbau und neue Verordnungen zu Sicherheits- und Umweltstandards immer weiter gestiegen. Trotz zu erwartender Rückzahlungen sollten Mieter allerdings jede Betriebskostenabrechnung genau überprüfen. Nahezu jede Abrechnung wiese Fehler auf, meinte Schall. So würden beispielsweise Vorauszahlungen nicht richtig berücksichtigt oder auch nicht umlagefähige Kosten wie z. B. Aufwendungen eines Hausmeisters für Verwaltungsarbeiten unzulässigerweise einberechnet. Dadurch würde manche Abrechnung schon mal um einige hundert Euro zu hoch ausfallen, sagte Schall. 

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