zur Navigation springen

Expo in Mailand : MV macht „Bella Figura“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land stellt eigenen Beitrag zu Themen der Weltausstellung vor - und präsentiert sich erfolgreich im deutschen Pavillon auf der Expo

„Mecklenburge-Vor, Vor…“ – „Vorpommern“, hilft Moderatorin Silvia Chiogna dem Mutigen in der ersten Reihe, der sich an der Aussprache versucht. Zuvor hatte sie gefragt, welche Regionen Deutschlands das Publikum kennt. „Bayern. Berlin. Frankfurt“, lauten die Antworten von den Rängen. Mecklenburg-Vorpommern kennt keiner.

Das soll sich mit der Länderwoche auf der Expo 2015 in Mailand ändern. Seit Montag präsentiert sich MV hier im deutschen Pavillon. Seitdem gruppieren sich Strandkörbe um die Bühne, oben auf dem Laufsteg macht MV „Bella Figura“: mit handgemachter Musik und Tanz, den schönsten Bildern aus dem Land und einer Modenschau. Ja, richtig: In Mailand, der Hauptstadt der Mode, zeigen junge Designer aus MV ihre Entwürfe. „Das kommt auf jeden Fall in unseren Lebenslauf“, sind sich Isabelle Wurm und Chiara Janique Ahrens einig. Sie studieren an der Designhochschule Schwerin, haben Anfang März die Herausforderung angenommen, bei der Länderwoche dabei zu sein und sehen nun zu, wie Models die von ihnen entworfenen Kleider auf dem Catwalk tragen.

Es ist das Thema Wasser, von dem sich die jungen Frauen haben inspirieren lassen. Mehr als 3500 Perlen hat Isabelle in das Kleid geknotet, das sie zusammen mit einem Cape aus abstehenden Korallen vorstellt. „Wir freuen uns natürlich, dass die Sachen auch mal über einen 200-Kilometer-Umkreis hinauskommen“, sagt Rektor Stephan Haring, der in dem Auftritt der jungen Modeschöpfer eine Win-Win-Situation sieht: „Das ist eine wunderbare Show und wir tragen dazu bei.“

Zur Präsentation der Mode sind auf dem Multimedia-Bildschirm die schönsten Impressionen aus dem Land zu sehen – das vom Tourismusverband konzipierte Programm kommt sehr gut an, die aus MV mitgereisten Bands wie 3Satz Deluxe reißen die Besucher schon am ersten Abend von den Sitzen. „Wir hatten einen erfolgreichen Start in die Länderwoche“, freut sich Verbandschef Bernd Fischer. Dies sei auch die Einschätzung des deutschen Pavillons – und der eigene Anspruch: „Wir fahren nicht nur nach Mailand, um eine Veranstaltung zu machen, sondern wollen auch wirtschaftlich davon profitieren. Zurzeit kommen 6500 und damit vergleichsweise wenige italienische Gäste im Jahr. Mehr sollen es werden – der Tourismusverband sieht in Italien einen Markt, der inte-ressant ist. „Vor sieben, acht Jahren wurden wir genauso ungläubig angeschaut, als wir sagten, wir wollen mehr Urlauber aus der Schweiz gewinnen – inzwischen sind  es im Jahr 50 000 Besucher“, sagt Fischer. Wenn die Italiener nachziehen, warum nicht? „Wir brauchen einen langen Atem und es wird nicht explodieren, aber mehr ist drin“, ist der Chef des Tourismusverbandes überzeugt.

Apropos überzeugt: Dass MV auf die Expo gehört, ist für Landwirtschaftsminister Till Backhaus keine Frage. Ernährung und Nachhaltigkeit sind Hauptthemen der diesjährigen Weltausstellung – und die ist damit laut Backhaus maßgeschneidert für MV. „Wir haben viel zu bieten. MV steht für Innovationen“, sagte Backhaus, als er auf der Bühne des deutschen Pavillons die Länderwoche eröffnete. Ziel sei es, wirtschaftliche Kontakte zu pflegen, zu erweitern und das Land international bekannter zu machen.

Der Landwirtschaftsminister nannte gleich drei Leitprojekte aus Mecklenburg-Vorpommern mit Alleinstellungsmerkmal: die Erforschung und Nutzbarmachung der Blauen Süßlupine als Eiweißalternative für die Ernährung, die „nasse Landwirtschaft“ für den Schutz von Mooren und das Vitalmenü zur Versorgung von Schulkindern mit gesunden und regionalen Produkten.

Als regionales Produkt punktet in Mailand auch der Strandkorb, den die Italiener auf den ersten Blick lieben: Die Korbmöbel rund um die Bühne sind immer besetzt. Udo Marron, der normalerweise bei der Korbwerk Heringsdorf GmbH Strandkörbe aus Flechtwerk herstellt, hat seinen Arbeitsplatz für eine Woche auf die Expo verlegt. Bei einer Schauvorführung zeigt er, wie der Sitzkorb entsteht und lässt die Besucher selbst das Flechten probieren. Nicht wenige notieren sich die Internetseite, weil sie unbedingt einen Korb wollen.

Einen der Strandkörbe hat das Landesmarketing MV als Fotoset vor die Kulisse eines Fotos vom Ostseestrand auf Rügen gestellt. „Gibt es bei euch wirklich solche weißen Strände?“, lautet eine immer wiederkehrende Frage der Besucher. Einige wollen kommen und es sich ansehen.

145 Länder präsentieren sich auf der Expo. Rund 10 0000 Besucher werden täglich auf der Weltausstellung erwartet –   auch für die Länderwoche Mecklenburg-Vorpommerns bedeutet das ein großes Publikum.

„Ich finde es großartig, dass wir hier die Möglichkeit für so viele Begegnungen mit Menschen aus aller Welt haben“, sagt Silvia Rabethge vom Landesmarketing. „Dabei stellen wir Mecklenburg-Vorpommern nicht nur als Urlaubsland, sondern auch als Wirtschaftsstandort vor. Und unser Markenbotschafter, der Strandkorb, kommt hier super an.“
 

MV-Fahrzeugzulieferer  werben in Italien

Mecklenburg-Vorpommerns Autozulieferer wollen auch mit Fahrzeugbauern in Italien besser ins Geschäft kommen.

Vertreter von elf Unternehmen reisten gestern zu einer Investorenkonferenz in die Ferrari-Stadt Maranello. Mit dabei ist Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Die Autobranche des Landes werbe gezielt in Norditalien, weil dort die Autoindustrie ein hohes Ansehen genieße, begründete Glawe die Initiative. Von deutscher Seite sind unter anderem Webasto aus Neubrandenburg, Oberaigner aus Laage und ml&s aus Greifswald dabei. Aus Italien gab es 30 Anmeldungen. Nach der Konferenz sind heute noch Werksbesichtigungen und für morgen der Besuch der Expo in Mailand geplant.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen