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Export-Rekordergebnis : MV legt bei Ausfuhren zu

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Exportwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern im Aufwind, aber schlechte Geschäfte mit tierischen Nahrungsmitteln

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2015 | 07:45 Uhr

Allen Handelsbeschränkungen und Krisen zum Trotz bleibt die Exportwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern im Aufwind. Mit einem Warenwert von 4,2 Milliarden Euro verzeichneten die im Bundesvergleich gemeinhin als exportschwach geltenden Firmen des Landes ein bislang nicht erreichtes Halbjahresergebnis. Das Plus gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 betrug nach vorläufigen Berechnungen des Statistikamtes in Schwerin 14,6 Prozent, was auf einen neuen Exportrekord zum Jahresende schließen lässt. Der steht seit dem Jahr 2013 bei rund 7,3 Milliarden Euro.

Doch nicht alle Branchen profitieren gleichermaßen von der wachsenden Nachfrage nach Erzeugnissen aus dem deutschen Nordosten. Insbesondere in der Ernährungsgüterwirtschaft gab es im ersten Halbjahr teilweise empfindliche Einbußen im Außenhandel. Während vor allem drastisch gestiegene Weizen- und Kartoffelexporte für ein Plus vom 21,5 Prozent bei pflanzlichen Nahrungsgütern sorgten, brachen Fleisch-, Fisch- Milch- und Käseexporte massiv ein. Das Minus zum Vorjahreszeitraum bei Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs betrug fast 20 Prozent. „Unsere Milchbauern bekommen den schwächelnden chinesischen Markt und die seit August 2014 geltenden Handelsbeschränkungen mit Russland besonders hart zu spüren“, stellt Agrarminister Till Backhaus (SPD) fest.

Auch wenn die Ernährungsgüterwirtschaft nur noch halb so viele Geschäfte mit Russland macht wie vor dem Embargo, so wuchsen die Exporte in die Föderation insgesamt um fast 14 Prozent und erreichten im ersten Halbjahr ein Volumen von 135 Millionen Euro.

Weit größer war der Zuwachs aber bei den Ausfuhren in die Niederlande, die zur Jahresmitte mit einem Warenwert von 404 Millionen Euro Polen als wichtigsten Exportmarkt verdrängten. Spürbar rückläufig waren im ersten Halbjahr Ausfuhren u. a. nach Dänemark, Griechenland und Italien.

Weiterhin gute Geschäfte macht MV mit Saudi-Arabien und dem Iran, Abnehmer vor allem für Weizen. Das Exportvolumen für beide Länder summierte sich laut Statistikamt im ersten Halbjahr auf zusammen 423 Millionen Euro.

Die Industrie konnte ihre Exporte ebenfalls spürbar steigern. So finden Hersteller von Anlagen zur Gewinnung von Ökostrom zunehmend auch Abnehmer im Ausland.

Hintergrund: Ein kleines Exportlicht

Die Exporte Mecklenburg-Vorpommerns haben sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht. Mit einem Handelsvolumen von 7,2 Milliarden Euro trug das Land 2014 aber gerade 0,6 Prozent zu den deutschen Warenausfuhren bei. In den Anfangsjahren hatte der Schiffbau die Ausfuhren maßgeblich bestimmt.

Das hat sich grundlegend geändert. Zu den wichtigsten Exportbereichen werden in MV heute die Ernährungsgüterwirtschaft, der Maschinenbau, die Holzverarbeitung und die Ökostrom-Branche gezählt.

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