Landwirtschaft : Mittelmäßige Sanddornernte erwartet

Äste voller Sanddornbeeren schneidet Evelyn Lügger auf einer der Plantagen der Storchennest GmbH in Ludwigslust.
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Äste voller Sanddornbeeren schneidet Evelyn Lügger auf einer der Plantagen der Storchennest GmbH in Ludwigslust.

In Deutschland wächst die Anbaufläche von Sanddorn seit Jahren. Einer der größten und traditionsreichsten Betriebe arbeitet in Ludwigslust.

svz.de von
28. August 2016, 21:00 Uhr

Im größten Sanddorn-Anbaugebiet Mecklenburg-Vorpommerns rund um Ludwigslust steht die Ernte unmittelbar bevor. Die Geschäftsführerin der Sanddorn Storchennest GmbH, Silvia Hinrichs, erwartet dieses Jahr ein eher durchschnittliches Ergebnis von 65 bis 70 Tonnen. Im Vorjahr seien 80 Tonnen der leuchtend orangefarbenen, vitaminreichen Beeren von den dornigen Sträuchern geholt worden, sagte Hinrichs der Deutschen Presse-Agentur.

Zwei Gründe gebe es für die erwartete geringere Menge: „Zum einen ernten wir von einer etwas kleineren Fläche als im vergangenen Jahr, und zum anderen war während der Zeit der Befruchtung das Wetter nicht optimal.“ Sanddorn wird durch Windbestäubung befruchtet. Damit die Pollen fliegen können, müsse es trocken und warm sein, erklärte Hinrichs. In diesem Frühjahr sei es in der fraglichen Zeit aber feucht und kühl gewesen.

Die Sanddorn Storchennest GmbH bewirtschaftet nach eigenen Angaben 117 Hektar nach Öko-Standards. Das entspricht mehr als der Hälfte der Anbaufläche in Mecklenburg-Vorpommern und gut einem Siebtel aller Sanddorn-Felder Deutschlands. Geerntet werden könne eine Plantage alle zwei bis drei Jahre, sagte Hinrichs. Nach 25 Jahren würden die Sträucher gerodet und neue gepflanzt. Von diesen wiederum könne nach fünf Jahren das erste Mal geerntet werden. Die Beeren werden schockgefrostet und an Bio-Verarbeiter geliefert.

Neben Mecklenburg-Vorpommern sind Brandenburg und Sachsen-Anhalt Zentren des Sanddorn-Anbaus in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow bei Güstrow bundesweit 729 Tonnen Sanddornbeeren geerntet. Verarbeitet werden sie unter anderem zu Säften, Likören, Süßigkeiten und Hautpflegeprodukten. Der Anbau habe in den letzten Jahren zugenommen, sagte Friedrich Höhne von der Forschungsanstalt. Vor zehn Jahren sei in Deutschland auf rund 500 Hektar Sanddorn gezogen worden, jetzt seien es über 700 Hektar.

Seit 2013 ist die Sanddorn-Fruchtfliege in deutschen Anbaugebieten ein Problem. Auch in Ludwigslust sei der Schädling, dessen Maden die Früchte von innen her auffressen, nachgewiesen worden, sagte Hinrichs. Der Befall sei aber bislang nicht so stark, dass er das Ernteergebnis beeinträchtigen würde. Das sei Glück, sagte Höhne.

Andere Anbaugebiete seien massiver betroffen. Die Forschung suche intensiv nach Lösungen.

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