Bio-Landpartie startet : Mit Heumilch aus der Krise

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BUND fordert Strukturkorrektur auf dem Milchmarkt: Mehr Regionalität, mehr Handwerk, mehr Klasse statt Masse

svz.de von
18. September 2015, 12:00 Uhr

Bio-Bauern und kleine Milchviehhalter finden aus der Milchmarktkrise: Während konventionell wirtschaftende größere Betriebe ihre Milch zu Schleuderpreisen von 27 Cent und weniger je Liter verkaufen müssten, würden Milchviehhalter, die ihre Produkte in der Region vermarkten, auskömmliche Milchpreise erzielen, erklärte Burkhard Roloff, Agrarexperte des Umweltverbandes BUND, im Vorfeld der 8. Biolandpartie in Mecklenburg-Vorpommern. Am Samstag stellen insgesamt 56 Öko-Betriebe – vom Bauernhof bis zur Fleischerei – die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Öko-Produkten vor. Parallel wird die erste Milch- & Käsestraße Mecklenburg-Vorpommern eröffnet – ein Zusammenschluss von 16 handwerklich arbeitenden Hofkäsereien und einem Käsefachgeschäft. Die Bio- und konventionellen Betriebe hätten die Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte selbst in die Hand genommen – handwerkliche Milchverarbeitung statt Massenproduktion.

Mit derartigen Betriebsstrukturen und mehr Regionalität ließen sich Milchmarktkrisen wie der derzeitigen begegnen, meinte Roloff. Mit der bisherigen Praxis hätten viele Landwirte aber selbst zur Milchkrise beigetragen: „Alle Bauern wussten, dass die Milchquote fällt und trotzdem haben viele ihre Kuhbestände deutlich aufgestockt“, kritisierte Roloff. Nicht, wie oft kritisiert, die Absatzschwäche auf dem russischen und chinesischen Märkten sei die Ursache für die ruinösen Milchpreise, sondern vielmehr das von den Bauern selbst auf den Markt gebrachte Überangebot an Milch. Doch statt mit der von der EU beschlossenen Krisenhilfe von 70 Millionen Euro für Deutschlands Bauern das Problem nur zu verschieben müssten die großen Betriebsstrukturen korrigiert und auf mehr Regionalität ausgerichtet werden, forderte Roloff. Öko- als auch konventionelle Betriebe, die hingegen auf Klasse statt Masse setzten und beispielsweise hochwertigere Heu- oder Weidemilch anbieten würden, könnten deutlich höhere Preise erzielen. Derartige Qualitätsmilch werde von den Kunden stark nachgefragt, meinte Roloff.  

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