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Landwirtschaft MV : Mit der Hitze beginnt die Ernte richtig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Herbst zu warm, Mai zu trocken und dann auch noch mehr Schädlinge: Die Bauern erwarten nur eine durchschnittliche Ernte.

Die Bauern im Nordosten rechnen wegen langer Trockenheit und Schädlingsbefall nur mit einer durchschnittlichen Ernte im Jahr 2015. Das sagte der Landesbauernverbandpräsident Rainer Tietböhl gestern in Alt Sührkow (Landkreis Rostock). Demnach werden die Erträge bei Raps und Getreide rund 20 Prozent unter dem Rekordjahr 2014 liegen. Das hätten Analysen und erste Dreschergebnisse gezeigt. „Dabei hätten wir die beste Ernte seit Jahren gebraucht, um Verluste bei der Veredelung auszugleichen“, sagte Tietböhl.

Die Agrarbranche mit rund 20 000 Beschäftigten beklagt u.a. Verluste wegen niedriger Milch- und Fleischpreise. Die Ernte soll in den nächsten Tagen mit der Hitzewelle in großem Stil starten.

Hauptanbauarten sind im Nordosten Weizen, Raps und Gerste. Sie wachsen auf knapp zwei Dritteln der Ackerfläche, die insgesamt 1,1 Millionen Hektar beträgt.

Ausgerechnet bei Weizen und Gerste zeige sich erstmals ein teils starker Schädlingsbefall mit dem Gerstengelbverzwergungs-Virus, der durch die hohe Zahl an Blattläusen während der milden Witterung im Herbst und im Winter möglich wurde. Das Virus führt zu kleinerem Wuchs und geringeren Erträgen.

In diesem Jahr wurden auf rund 355 000 Hektar Weizen und auf 235 000 Hektar Raps angebaut, was etwa 55 Prozent der Äcker ausmacht. Auf 121 000 Hektar wächst Gerste und auf 60 000 Hektar Roggen. Mit dem Dreschen der Wintergerste wurde während der Hitzeperiode Anfang Juli auf sandigen Böden im Altkreis Uecker-Randow, im Kreis Ludwigslust-Parchim und bei Röbel an der Seenplatte schon begonnen.

Tietböhl forderte außerdem mehr Unterstützung für die Milchbauern. „Die Milchpreise sind mit 27 Cent pro Liter derzeit miserabel.“ Unter Bauern heiße es schon, die Bundesregierung habe der Automobilindustrie nach der Krise 2008 mit der Abwrackprämie geholfen. Aber wer helfe den Milchbauern?

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